December 2, 2019 / 10:57 AM / 14 days ago

Weltklima-Konferenz gestartet - Handel mit CO2-Rechten im Fokus

Leaders pose for a family photo during U.N. climate change conference (COP25) in Madrid, Spain, December 2, 2019. REUTERS/Susana Vera

Madrid/Berlin (Reuters) - Vertreter von rund 200 Staaten wollen bei der Weltklimakonferenz in Madrid Wege zum beschleunigten Kampf gegen die Erderwärmung finden.

Die Hoffnung müsse über die Kapitulation siegen, forderte UN-Generalsekretär Antonio Guterres zum Auftakt des zweiwöchigen Treffens am Montag. “Wollen wir wirklich als die Generation in Erinnerung bleiben, die den Kopf in den Sand steckte, die zögerte, als der Planet verbrannte?” Umweltministerin Svenja Schulze verlangte, bis Ende 2020 müssten sich die Staaten ehrgeizigere Ziele setzen. “Je länger wir warten, desto schwieriger und teurer wird es.” Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, versicherte in Madrid, die USA kämpften gegen den Klimawandel: “Wir sind hier, Ihnen zu sagen, wir sind weiter dabei”, sagte sie mit Blick auf den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Ausstieg aus dem Weltklimavertrag.

Die Weltgemeinschaft hat zugesagt, die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu halten. Die Temperatur ist allerdings bereits schon um mehr als ein Grad gestiegen. Die größten Produzenten von Treibhausgas sind China und die USA. Präsident Trump will die USA allerdings aus dem Vertrag führen und hat ihn gekündigt. Wirksam würde diese Kündigung aber erst nach der nächsten Präsidentenwahl. Zudem haben sich zahlreiche US-Bundesstaaten - darunter Kalifornien - eigene Ziele zur Reduktion der Treibhausgase gesetzt.

“MARKTMECHANISMUS” HAUPTSTREITPUNKT IN MADRID

Im Mittelpunkt in Madrid steht vor allem ein noch weitgehend offener Punkt aus dem Weltklimavertrag von Paris: Dabei geht es darum, inwieweit Klimaschutz-Anstrengungen in anderen Ländern auf die Bilanz des eigenen angerechnet werden kann. Wird etwa ein Solarkraftwerk in Afrika errichtet, könnte Deutschland sich dies als eigene Klimaschutz-Leistung gutschreiben lassen.

Offen ist aber, wie die CO2-Einsparungen ermittelt werden. Dafür müsste zum Beispiel klar sein, ob das afrikanische Land nicht ohnehin eine Solaranlage gebaut hätte oder ein Kohle- oder Gaskraftwerk. Hilfreich wäre für einen solchen Handel über Ländergrenzen hinweg ein gemeinsamer Preis pro eingesparte Tonne CO2. Und vor allem soll verhindert werden, dass beide Länder dies als Beitrag zum Klimaschutz verbuchen, so dass es zu Doppelzählungen kommt. Insbesondere Brasilien gilt bei vom Ausland finanzierten Projekten zum Schutz des Regenwaldes als schwieriger Verhandlungspartner. Deutschland und die EU fordern zudem, dass solche Form des Handels nicht auf bereits zugesagte Klimaverpflichtungen angerechnet wird, sondern nur für künftige Zusagen.

Eigentlich war die Konferenz in Chile geplant, wurde aber wegen der Unruhen dort kurzfristig nach Spanien verlegt. In der zweiten Woche greifen dann auch die Umweltminister der Länder in die Verhandlungen ein. Im nächsten Jahr in Glasgow sollen die Staaten dann verbindliche, ehrgeizigere Ziele vorlegen, damit die Ziele von Paris erreicht werden können.

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