May 14, 2019 / 9:18 AM / 6 days ago

Merkel will CO2-Neutralität Deutschlands bis 2050

German Chancellor Angela Merkel talks during a news conference after the informal meeting of European Union leaders in Sibiu, Romania, May 9, 2019. REUTERS/Francois Lenoir

Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich offen für das Ziel, dass Deutschland 2050 CO2-neutral wird.

Das Klimakabinett der Bundesregierung werde beraten, wie man sich der Initiative von neun EU-Ländern anschließen könne, diese Ziel bis 2050 zu erreichen, kündigte Merkel am Dienstag in Berlin an. “Wir wollen uns dieser Initiative anschließen, müssen das aber untermauern”, fügte sie auf dem 10. Petersberger Klimadialog hinzu. Bis zum UN-Klimatreffen der Staats- und Regierungschefs im September in New York solle die Bundesregierung sprechfähig sein. “Wir kennen unsere Verantwortung.”

Vergangene Wochen hatten neun Staaten, darunter Frankreich, einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt und angesichts des Klimawandels ehrgeizigere Klimaschutzziele der EU als bisher gefordert. Merkel hatte auf dem EU-Gipfel in Sibiu gesagt, sie begrüße die Initiative zwar, könne aber noch keine Zusage machen, weil die Koalition in Berlin bisher bis 2050 noch keine Klimaneutralität als Ziel definiert hatte. Jetzt stellte sie sich hinter den Plan und erklärte die Zielrichtung der Diskussion in der großen Koalition: “Die Diskussion soll nicht heißen, ob wir es erreichen können, sondern wie können wir es erreichen. Wenn wir dafür eine vernünftige Antwort finden, dann können wir uns der Initiative der neun Mitgliedstaaten der EU anschließen (...) Ich würde mir wünschen, dass wir das können.” Man müsse nur klären, was dafür nötig sei.

Merkel wies darauf hin, dass der Plan der neun EU-Staaten nicht bedeute, dass es gar keine CO2-Emissionen mehr geben dürfe. Klimaneutralität bedeute, dass man CO2 auch speichern könne oder etwa mit Aufforstung Ausgleichsmaßnamen vornehme. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hatte sich am Montag hinter das 2050-Ziel gestellt.

Merkel forderte zudem eine gemeinsame Anstrengung aller Staaten, um die Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren und lobte dabei den Ausbau Erneuerbarer Energien etwa in China. Die Industriestaaten hätten eine besondere Verantwortung. “Wir haben einen unglaublichen Ressourcenverbrauch hinter uns und haben die Weichen gestellt, dass die Welt in einer so schwierigen Lage ist”, sagte Merkel mit Blick auf den Klimawandel. Nötig sei deshalb nicht nur der Klimafonds, mit dem die Industriestaaten ab 2020 Entwicklungsländer mit 100 Milliarden Dollar pro Jahr unterstützen wollen. Deutschland werde seinen Beitrag bis 2020 verdoppeln. Nötig sei auch, dass man Entwicklungspolitik zunehmend als Scharnier begreifen müsse, um marktwirtschaftliche Innovationen und Technologien im Umweltschutzbereich in Entwicklungsländern zum Einsatz zu bringen. Die Weltgemeinschaft müsse dafür sorgen, dass globale Finanzflüsse stärker auf Nachhaltigkeit ausgerichtet würden.

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