for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up
Wirtschaftsnachrichten

DIW-Präsident begrüßt verlängerte Corona-Hilfen - "Unausweichlich"

Marcel Fratzscher, chairman of the German Institute for Economic Research (DIW), speaks during an interview with Reuters in his office in Berlin, Germany, March 7, 2016. Picture taken March 7, 2016. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - DIW-Präsident Marcel Fratzscher begrüßt die von den Koalitionsspitzen beschlossene Fortführung der Corona-Hilfen.

“Die Verlängerung von Kurzarbeitergeld und Hilfen für die Unternehmen sind zielführend und unausweichlich”, sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch. “Wir müssen uns noch auf etwa zwei bis drei harte Jahre einstellen, bis unsere Wirtschaft wieder einigermaßen in Fahrt kommt.” Es sei eine Illusion des Ordoliberalismus, dass solche Hilfen den Strukturwandel behinderten. Schließlich seien es vor allem junge Unternehmen und Mittelständler, die von dieser Krise besonders hart betroffen sind, die aber für den Strukturwandel und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft enorm wichtig seien.

Die große Koalition hat sich in der Nacht darauf geeinigt, viele der milliardenschweren Corona-Hilfen für Unternehmen und Beschäftigte erneut um mehrere Monate zu verlängern. Dazu gehören das Kurzarbeitergeld, Überbrückungshilfen für Unternehmen, eine weitere Aussetzung der Antragspflichten für Insolvenzen sowie der erleichterte Zugang zu Grundsicherungssystemen etwa für Soloselbständige.

Viele Betriebe hätten ihre Rücklagen in der ersten Corona-Welle aufgebraucht und müssten Beschäftigte entlassen. “Eine zweite Welle würden sie womöglich nicht überleben”, warnte Fratzscher. Derzeit befänden sich rund fünf Millionen Menschen in Kurzarbeit. Die Zahl werde wohl nach Ende der Tourismus-Saison wieder steigen. “Wir dürfen auch nicht vergessen, dass vom Kurzarbeitergeld in erster Linie Beschäftigte mit geringen Einkommen profitieren, also diejenigen, die jetzt in besonders vor den Folgen der Krise geschützt werden müssen”, sagte Fratzscher.

for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up