January 18, 2018 / 9:32 AM / 7 months ago

Umfrage - Mehrheit der SPD-Wähler für große Koalition

Berlin (Reuters) - Die Mehrheit der SPD-Wähler befürwortet einer Umfrage zufolge die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen zwischen Union und Sozialdemokraten.

Acting German Chancellor Angela Merkel and Social Democratic Party (SPD) leader Martin Schulz attend a news conference after exploratory talks about forming a new coalition government at the SPD headquarters in Berlin, Germany, January 12, 2018. REUTERS/Hannibal Hanschke TPX IMAGES OF THE DAY

61 Prozent der SPD-Wähler plädieren dafür, dass sich der Parteitag der Sozialdemokraten am Sonntag für Koalitionsverhandlungen entscheidet, wie die am Donnerstag veröffentlichte Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und n-tv ergab. Sollte es zu Neuwahlen kommen, wollen acht Prozent der SPD-Wähler vom vergangenen September nicht mehr für die Sozialdemokraten stimmen. “Damit würde die SPD auf einen Wert unter 17 Prozent fallen und endgültig ihren Status als Volkspartei verlieren”, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner.

Mehr als zwölf Prozent derer, die der SPD bei der Wahl am 24. September ihre Stimme gaben, würden sich der Umfrage zufolge heute anders entscheiden. Hauptgrund sei die Enttäuschung über den “Zickzack-Kurs” der Partei, den 48 Prozent der Abwanderer als ausschlaggebend nannten. Allerdings seien nur zwölf Prozent der Abwanderer gegen eine große Koalition. Elf Prozent kritisierten eine “führungsschwache, unfähige Parteiführung” durch Martin Schulz. Sieben Prozent bemängelten die Agenda-Politik des früheren SPD-Kanzlers Gerhard Schröder. Vier Prozent beklagten, die SPD habe in den Sondierungen zu wenig erreicht.

In der Sonntagsfrage verliert die SPD wenige Tage vor dem Sonderparteitag weiter an Boden. In der von Montag bis Mittwoch erhobenen Umfrage büßten die Sozialdemokraten gegenüber der Vorwoche zwei Prozentpunkte ein, während Union, Linkspartei und AfD jeweils einen Punkt zulegten. “Die heftige Diskussion innerhalb der SPD über das Ergebnis der Sondierungen und die Frage, ob die SPD Koalitionsverhandlungen mit CDU und CSU aufnehmen soll oder nicht, zeigt Auswirkungen”, sagte Güllner. “Die SPD käme - würde jetzt der Bundestag neu gewählt - nur noch auf 18 Prozent. Das sind 2,5 Prozentpunkte weniger als das ohnehin schlechte Wahlergebnis im September.”

Die Union kommt in der Sonntagsfrage auf 34 Prozent und legt damit gegenüber der Bundestagswahl 1,1 Prozentpunkt zu. Die FDP liegt bei acht Prozent, 2,7 Punkte niedriger als bei der Wahl. Grüne und AfD erreichen zwölf Prozent, die Linkspartei zehn Prozent. Bei der Bundestagswahl kamen die Grünen auf 8,9 Prozent, die Linke auf 9,2 Prozent und die AfD auf 12,6 Prozent.

Für die Fragen zur SPD interviewte Forsa am 16. und 17. Januar 1008 SPD-Wähler, die auch am 24. September 2017 befragt worden waren. Die Sonntagsfrage wurde vom 15. bis 17. Januar 1504 Wahlberechtigten gestellt.

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