November 12, 2009 / 4:15 PM / in 9 years

Handel sieht 2010 kaum Impulse durch Steuerentlastungen

Berlin (Reuters) - Die deutschen Einzelhändler rechnen mit einem schwachen Weihnachtsgeschäft und versprechen sich von den Steuerentlastungen 2010 nur wenig Impulse.

Die steigende Arbeitslosigkeit werde die Kauflaune der Verbraucher bremsen, erklärte der Dachverband HDE am Donnerstag. “Ich fürchte, dass auch die steuerlichen Entlastungen im kommenden Jahr dem Konsum noch nicht auf die Sprünge helfen werden”, sagte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser in Berlin. Die meisten Firmen rechneten für 2010 mit einer schlechteren wirtschaftlichen Lage. Trotz einer besseren Stimmung der Verbraucher dürfte das für die Branche so wichtige Weihnachtsgeschäft 2009 um 1,5 Prozent schwächer ausfallen als vor einem Jahr.

Die Erlöse von November und Dezember stellen für viele Unternehmen rund ein Fünftel des gesamten Jahresumsatzes dar. Für das laufende Weihnachtsgeschäft hoffe die Branche auf 73 Milliarden Euro Umsatz, sagte Sanktjohanser. Der Online-Handel nehme weiter zu und steuere allein 5,5 Milliarden Euro dazu bei. Mit zusätzlichen massiven Rabatten könnten die Kunden allerdings kaum rechnen, sagte der HDE-Präsident: “Mehr geht nicht.” Allerdings habe der Ausverkauf des insolventen Versandhändlers Quelle bereits Druck auf die Preise ausgelöst.

HANDEL STEHT 2009 GUT DA - HINKT ABER 2010 ZURÜCK

Für das Gesamtjahr 2009 geht der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) weiter von einem nominalen Umsatzminus von zwei Prozent aus. Damit steht die Branche in der stärksten Rezession seit 60 Jahren aber noch deutlich besser da als andere - vor allem exportlastige - Wirtschaftszweige.

Zugutekomme den Einzelhändlern der bisher überraschend robuste Arbeitsmarkt, betonte Sanktjohanser. Dies werde sich aber im nächsten Jahr ändern. Auch Deutschlands größtes Handelsunternehmen Metro hat kürzlich angekündigt, steigende Arbeitslosigkeit könnte die Branche belasten. Der Konsumgüterkonzern Henkel befürchtet eine schrumpfende Nachfrage im Geschäft mit Waschmitteln und Kosmetika, sollte die Zahl der Erwerbslosen zunehmen.

Sanktjohanser geht davon aus, das die Branche 2010 von der anziehenden Konjunktur wahrscheinlich kaum profitiert. Eine konkrete Umsatzprognose wagte der HDE nicht. Die von der Regierung geplante Entlastung der Bürger und Unternehmen um rund 21 Milliarden Euro brächte nur einen kleinen Impuls. Denn die Verbraucher würden den Löwenanteil nicht in den Konsum stecken, sondern eher sparen oder für ihre Altersvorsorge ausgeben.

Die reduzierte Mehrwertsteuer von sieben Prozent für Übernachtungen kritisierte der Handels-Präsident als Wahlgeschenk für Hoteliers. Stattdessen sollten vielmehr allgemeine Steuersenkungen die gesamte Konjunktur ankurbeln. Der HDE sei bereit, den “Dschungel” von Ausnahmen bei der Mehrwertsteuer zu prüfen. Reduzierte Sätze sollten sich künftig lediglich auf Lebensmittel konzentrieren und könnten damit sozialpolitisch wirken, sagte Sanktjohanser.

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