June 15, 2020 / 8:49 AM / 22 days ago

KfW-Studie - Corona-Krise und Fachkräftemangel bremsen das Wachstum

Construction workers dismantle a scaffold in front of television tower in Berlin, Germany, January 13, 2020. REUTERS/Hannibal Hanschke

Berlin (Reuters) - Mit dem schrittweisen Hochfahren der Wirtschaft gerät einer KfW-Studie zufolge der Mangel an geeignetem Personal in vielen Berufen wieder stärker in den Fokus.

“Die deutsche Wirtschaft kann dem Fachkräftemangel und der Produktivitätsschwäche vor allem mit mehr Investitionen, Innovationen und Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen entgegenwirken”, erklärte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib am Montag zu einer Analyse der staatlichen Bankengruppe. Zentrale Handlungsfelder seien “Krisenfestigkeit, Klimaschutz, und Produktivitätssteigerungen durch Innovation und Digitalisierung”. Denn verglichen mit dem Fachkräfteangebot von vor zehn Jahren könnten heute zwei Drittel der Berufe als Mangelberufe eingestuft werden.

Engpässe gebe es vor allem am Bau, in der Altenpflege, bei Berufen rund um die Digitalisierung und zunehmend auch bei medizinischen Berufen wie Ärzten verschiedener Fachrichtungen, Apotheker und Pharmazeuten. Offene Stellen blieben in einem Fünftel der Mangelberufe länger als 160 Tage unbesetzt. “Zentrale Ursachen für Fachkräfteengpässe sind die demografische Entwicklung und abnehmende Produktivitätszuwächse”, betonte die KfW. Die inländische Bevölkerung habe seit 2004 bereits um zwei Millionen Menschen abgenommen. Mit der schrumpfenden Bevölkerung habe sich auch das Fachkräfteangebot reduziert. Qualifizierte Zuwanderung werde deshalb immer bedeutender. “In den letzten drei Jahren ging der Beschäftigungszuwachs zur Hälfte auf Arbeitskräfte aus dem Ausland zurück, mit wachsender Tendenz.”

Es gebe Handlungsbedarf. Zwar würde die Wirtschaft auch bei schwacher Zuwanderung und anhaltend schwachem Produktivitätswachstum weiter wachsen, allerdings würden die Wachstumsraten schon bis 2030 deutlich abnehmen und bis 2040 gegen Null tendieren, sagte Köhler-Geib. “Höhere Produktivitätssteigerungen können nur mit mehr Investitionen, mehr Innovationen und Digitalisierung sowie besserer Qualifizierung erreicht werden.”

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