June 12, 2020 / 5:44 AM / a month ago

Handwerk fürchtet Abschwung ab Jahresmitte - Umsatzminus 2020

The moon is seen above the Quadriga of the Brandenburg Gate in Berlin, Germany, September 20, 2019. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Trotz eines gutes Starts ins Jahr blickt das deutsche Handwerk wegen der Corona-Krise skeptisch auf 2020.

“Es könnte sein, dass einige Branchen, die bisher vergleichsweise gut durch die Corona-Zeit gekommen sind, im zweiten Halbjahr einen Nachlaufeffekt der Krise zu spüren bekommen”, sagte Chefvolkswirt Alexander Barthel vom Handwerksverband ZDH am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Dies dürfte Bau und Ausbau treffen, die bisher ihr hohes Auftragspolster abgearbeitet hätten. “Wenn die privaten Bauherren und die Kommunen - die wichtigsten Auftraggeber der Betriebe - sich mit Investitionen zurückhalten, dürfte das viele Handwerks-Betriebe belasten.”

Für das laufende Jahr könne man wegen der Unsicherheit noch keine konkrete Prognose vorlegen, sagte Barthel. “Aber ohne Frage wird die Corona-Krise deutliche Spuren hinterlassen, weshalb im Gesamtjahr 2020 im Handwerk mit einem erheblichen Umsatzrückgang zu rechnen ist.” Ende 2019 hatte der Verband für 2020 noch ein Umsatzplus von rund drei Prozent veranschlagt. “Nachdem Corona-bedingt seit Beginn der Krise Umsätze und Aufträge im Gesamthandwerk massiv eingebrochen sind, erkennen wir seit Mai erste Zeichen einer Entspannung”, betonte Barthel.

Im ersten Quartal stiegen die Erlöse noch um 3,8 Prozent binnen Jahresfrist, wie das Statistische Bundesamt jüngst mitteilte. In fünf der sieben Gewerbegruppen des zulassungspflichtigen Handwerks gab es ein Plus - das größte im Bauhauptgewerbe mit gut 14 Prozent. Umsatzrückgänge gab es in den Handwerken für den privaten Bedarf mit 3,2 Prozent. Dazu zählen auch Friseure, die wegen der strikten Eindämmungsmaßnahmen im Kampf gegen die Virus-Pandemie ihre Läden wochenlang schließen mussten. Auch im Kfz-Gewerbe gab es ein Umsatzminus von 2,5 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten lag Ende März 0,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

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