July 25, 2018 / 8:22 AM / 5 months ago

Ifo-Index fällt erneut - Handelsstreit treibt Firmen um

An employee shows fifty-euro notes in a bank in Sarajevo in this March 19, 2012 file photo. The European Central Bank took the ultimate policy leap on on January 22, 2015 launching a government bond-buying programme which will pump hundreds of billions of new money into a sagging euro zone economy. The Europen Central Bank (ECB) said it would buy government bonds from this March until the end of September 2016 despite opposition from Germany's Bundesbank and concerns in Berlin that it could allow spendthrift countries to slacken economic reforms. Together with existing schemes to buy private debt and funnel hundreds of billions of euros in cheap loans to banks, the new quantitative easing programme will pump 60 billion euros a month into the economy, ECB President Mario Draghi said. Picture taken March 19, 2012. REUTERS/Dado Ruvic (BOSNIA AND HERZEGOVINA - Tags: BUSINESS)

- von Klaus Lauer und Jörn Poltz

Berlin/München (Reuters) - Der Handelskonflikt mit den USA trübt die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft weiter ein.

Der Geschäftsklima-Index des Münchner Ifo-Instituts fiel im Juli zum siebten Mal in acht Monaten. Das wichtigste Frühbarometer für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft sank aber nur minimal um 0,1 auf 101,7 Punkte und damit geringer als erwartet, wie die Forscher am Mittwoch zu ihrer Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilten. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage besser als zuletzt, die Aussichten für die kommenden sechs Monate aber schlechter. “Die Unsicherheit hat merklich zugenommen”, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe zur Nachrichtenagentur Reuters.” Das liege an der Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump und der zeitweiligen deutschen Regierungskrise.

Die Stimmung der Unternehmen fiel auf den tiefsten Stand seit März 2017. Damit geht die Erholung weiter, verliert aber an Schwung. “Die deutsche Wirtschaft setzt ihre Expansion in verlangsamter Gangart fort”, betonte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Der Chefökonom der Bank ING-Diba, Carsten Brzeski, brachte es auf den Punkt: “Alles in allem zeigt der Ifo-Index, dass die deutsche Wirtschaft ihren Spagat zwischen soliden Konjunkturdaten und der Furcht vor möglichen Folgen eines potenziellen Handelskrieges fortsetzt.”

“DER AUFSCHWUNG IST ABGESAGT”

Experten gehen davon aus, dass der Aufschwung in Deutschland seinen Höhepunkt bereits hinter sich hat. Deshalb haben viele Volkswirte und Forschungsinstitute ihre Prognosen gesenkt und dies vor allem mit der Unsicherheit durch den Handelskonflikt begründet. Nun reagierten Fachleute aber durchaus positiv. “Der Abschwung ist abgesagt”, erklärte Chefökonom Uwe Burkert von der Landesbank LBBW. “Die Chancen für ein wieder kräftigeres Wachstum im zweiten Halbjahr stehen gut, auch wenn es mit dem Handelsstreit zwischen den USA und dem ‘Rest der Welt’ sowie dem näher rückenden Brexit zwei gewichtige Risiken gibt.”

Trump hat den Zollstreit angezettelt, weil er sich an den riesigen Defiziten seines Landes im Handel mit China und der Europäischen Union stört. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will noch am Abend (19.30 Uhr MESZ) in Washington mit Trump über das Thema reden, hat aber wohl keine konkreten Verhandlungsangebote im Gepäck. Vielmehr geht es darum, die Situation zu entspannen. Allerdings dürfte Juncker auch bemüht sein, die Amerikaner von den angedrohten, höheren Zöllen auf Autos aus der EU abzubringen.

Während sich die Stimmung bei den deutschen Dienstleistern verbesserte, trübte sie sich im Handel ein. “Im Bauhauptgewerbe hat der Geschäftsklima-Index ein neues Rekordhoch erreicht”, sagte Fuest. Sein Kollege Wohlrabe ergänzte: “Der Bau boomt ohne Ende.” Dies zeigen auch Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Demnach stiegen die Aufträge der Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten im Mai binnen Jahresfrist um zehn Prozent auf nominal sieben Milliarden Euro. “Damit ist der höchste jemals gemessene Wert an Aufträgen in einem Mai erreicht worden.”

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