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Inlandsnachrichten

Merkel dämpft Hoffnung auf schnelles Ende der Corona-Krise

German Chancellor Angela Merkel arrives at the weekly cabinet meeting of the German government at the chancellery in Berlin, Germany, November 11, 2020. Markus Schreiber/Pool via REUTERS

Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Erwartung auf ein schnelles Ende der Corona-Pandemie gedämpft.

“Wir müssen davon ausgehen, dass die zweite Welle härter ist, und sie fällt vor allem in eine schlechte Jahreszeit”, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin. “Sie wird uns noch den ganzen Winter beschäftigen.” Auch die positiven Nachrichten über die Impfstoffentwicklung würden daran nichts ändern und sich noch nicht auswirken. Deshalb müssten Corona-Vorsichtsmaßnahmen weiter gelten.

In Deutschland ist die Zahl der Corona-Toten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch um 261 gestiegen. Angesichts der Zahl von 18.487 Neuinfektionen warnten Gesundheitsminister Jens Spahn und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, die Lage bleibe ernst. Wie aus dem Divi-Melderegister hervorgeht, steigt die Zahl der belegten Intensivbetten durch Corona-Patienten stetig. Am Mittwoch meldeten die Krankenhäuser 3139 belegte Intensivbetten - das sind 85 mehr als am Dienstag. Von den Patienten werden 57 Prozent künstlich beamtet. Die Anzahl der freien Intensivbetten sank auf 6720. Der Trend hält seit Tagen an, weil die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen stark gestiegen waren. Schwere Krankheitssymptome zeigen sich oft erst mit mehrwöchiger Verspätung.

Mit Blick auf die nächste Spitzenrunde von Bund und Ländern am 16. November zeigte sich Kretschmer skeptisch, dass dann die Einschränkungen des öffentlichen Lebens rasch aufgehoben werden können. Es gebe derzeit noch keine substanzielle Reduzierung der Neuinfektionen, sagte der CDU-Politiker in der ARD. Vorbehalte gegen mögliche Lockerungen der Corona-Auflagen hatten bereits Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff im Reuters-Interview und der baden-württembergische Landeschef Winfried Kretschmann geäußert.

Gesundheitsminister Spahn sagte bei RTL/ntv, dass die Zahlen zu hoch seien. Zwar habe sich die Dynamik des Anstiegs deutlich reduziert, von einer Trendwende könne allerdings noch nicht die Rede sein. “Jetzt geht es darum, die Infektionszahlen wieder in den Griff zu bekommen”, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Dabei müssten alle mithelfen. “Wirtschaft und Gesundheit stehen nicht im Konflikt, sie bedingen einander. Ohne Gesundheit ist alles nichts, ohne gesunde Beschäftigte kein Wirtschaftsaufschwung”, sagte er.

Zu den Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland gehört die Schließung der Gastronomie im November. Dies hatte heftige Diskussionen ausgelöst. Das RKI gibt an, dass bei mehr als 75 Prozent der Neuinfektionen nicht mehr nachvollziehbar sei, wo genau sich Menschen angesteckt hatten. Forscher der Stanford-Universität legten nun eine Studie vor, nach der Restaurants offenbar ein Ort für Infektionen sein können. Die Forscher hatten in einem in der Zeitschrift “Nature” veröffentlichten Artikel dafür Millionen Handydaten ausgewertet und festgestellt, dass es einen Zusammenhang von vollen Restaurants und infizierten Personen gibt.

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