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Wirtschaftsnachrichten

Ministerium - Aufholprozess deutscher Wirtschaft abgeschwächt

FILE PHOTO: The skyline with its financial district is photographed during sunset as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues in Frankfurt, Germany, September 7, 2020, REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Die Konjunktur zieht nach Ansicht der Bundesregierung derzeit eher langsam wieder an.

“Der Aufholprozess in der deutschen Wirtschaft hält weiter an, hat sich zuletzt aber abgeschwächt”, erklärte das Wirtschaftsministerium am Montag im Monatsbericht. Im weiteren Jahresverlauf dürfte sich die Erholung fortsetzen. “Das Vorkrisenniveau von Ende 2019 dürfte allerdings erst zu Anfang des Jahres 2022 wieder erreicht sein.” So lege die Industrieproduktion zwar weiter zu, habe aber an Fahrt verloren. Während die Logistiker optimistische Töne anschlugen, traut das IW-Institut der gesamten Wirtschaft 2021 eine spürbare Erholung zu. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte um rund viereinhalb Prozent anziehen, erklärten die arbeitgebernahen Forscher.

“Glücklicherweise hat die Wirtschaft im Sommer dank niedriger Fallzahlen wieder aufholen können”, ergänzte IW-Direktor Michael Hüther mit Blick auf die Statistiken in der Corona-Krise. “Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, werden wir zum Jahreswechsel 2021/2022 das Vorkrisenniveau wieder erreicht haben.” Für dieses Jahr erwarten die Forscher ein Schrumpfen des BIP von rund 6,2 Prozent - “vorausgesetzt, es gibt keinen zweiten Lockdown”. Eine solche Einschränkung des öffentlichen Lebens hat Israel bereits angekündigt, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Aufgrund des unsicheren globalen Infektionsgeschehens rund um das Corona-Virus nannte das Bundeswirtschaftsministerium die Lage der Weltkonjunktur “nach wie vor schwierig”.

LOGISTIK IM AUFWIND - ABER “VIELE UNSICHERHEITEN BLEIBEN”

Das BIP in Deutschland war im Frühjahr um 9,7 Prozent - und somit in Rekordtempo - zum Vorquartal eingebrochen. Für das Gesamtjahr 2020 erwartet Wirtschaftsminister Peter Altmaier einen Rückgang von 5,8 Prozent und damit die schwerste Rezession der Nachkriegszeit. Laut Ministerium wurde die Talsohle bereits im zweiten Quartal durchschritten. Nun setze sich die positive Entwicklung fort, “wenn auch in kleineren Schritten als in den Vormonaten”. Wegen des Anschubs aus den “Aufholmonaten Mai und Juni” zeichne sich im dritten Quartal deutliches Wachstum ab.

Das IMK-Institut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung sieht Anzeichen dafür, dass die wirtschaftliche Erholung im weiteren Jahresverlauf wieder an Fahrt verliert. “Der aktuell ‘V-förmige’-Verlauf der Konjunktur dürfte sich im vierten Quartal abflachen.” Dies signalisiere der IMK-Konjunkturindikator für September bis November.

Derweil kehrt nach dem Corona-Tief im April die Zuversicht bei der deutschen Logistikwirtschaft zurück. Das Geschäftsklima hellte sich im August den vierten Monat in Folge auf, wie das Ifo-Institut zum Indikator im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik (BVL) mitteilte. “Vieles spricht dafür, dass der Wirtschaftsbereich Logistik eine zügige Erholung erlebt, wenige Monate nach dem steilen wirtschaftlichen Absturz in Folge des Corona-Lockdowns und der massiven Störung der internationalen Lieferketten”, erklärte BVL-Chef Thomas Wimmer. “Dennoch bleiben viele Unsicherheiten.”

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