October 20, 2011 / 1:53 PM / 9 years ago

Rösler erwartet 2012 Wachstumseinbruch - keine Rezession

Berlin (Reuters) - Schuldenkrise und globale Konjunkturflaute treffen nach Einschätzung der Bundesregierung die deutsche Wirtschaft hart.

Im kommenden Jahr werde die Konjunktur nur noch um ein Prozent zulegen, nach 2,9 Prozent in diesem Jahr. “Von einer Rezession, die manche herbeireden wollen, kann ausdrücklich keine Rede sein”, sagte Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) am Donnerstag bei der Vorstellung der Regierungsprognose in Berlin. “Insgesamt ist die Verunsicherung auf den Märkten derzeit groß.” Zudem hätten die Risiken aus dem internationalen Umfeld deutlich zugenommen.

Rösler erwartet für Ende 2011 eine Stagnation der heimischen Wirtschaft, sieht Deutschland aber 2012 wie bisher als Stabilitätsanker und Wachstumsmotor in Europa. “Auch ein Prozent Wachstum ist natürlich Wachstum. Es geht also weiter aufwärts”, betonte der Minister. Mittelfristig werde die Wirtschaft wieder stärker zulegen. Bis 2016 sei ein jährliches Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von durchschnittlich 1,7 Prozent zu erwarten, das Potenzialwachstum liege bei 1,4 Prozent.

Die Binnenwirtschaft wird zu einer immer stärkeren Säule.` Sorgt sie nach Einschätzung der Regierung in diesem Jahr für 80 Prozent des Wachstums, trage sie es 2012 fast vollständig. Die Zahl der Arbeitslosen werde in diesem Jahr knapp unter der Marke von drei Millionen bleiben und im Jahresschnitt 2012 auf 2,8 Millionen sinken. Die Zahl der Erwerbstätigen werde in beiden Jahren zunehmen.

STEIGENDE LÖHNE ERWARTET UND STEUERENTLASTUNG GEPLANT

Der Aufschwung kommt nach Schätzung der Regierung in Form von Lohnerhöhungen auch bei den Bürgern an. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte dürfte in diesem Jahr um 3,2 Prozent und im kommenden Jahr um 2,9 Prozent zunehmen. Die Inflation werde mit 2,3 Prozent 2011 zwar relativ hoch bleiben, aber 2012 auf 1,8 Prozent sinken, teilte die Regierung mit. FDP-Chef Rösler und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) legten zudem ein Konzept zur Steuerentlastung der Bürger um sechs bis sieben Milliarden Euro ab 2013 vor. Mit dem Geld will sie die kalte Progression bekämpfen, die den Steuerzahlern nach Lohnerhöhungen immer mehr Geld aus den Taschen zieht.

Die bislang ungelöste Schuldenkrise belastet nicht nur Unternehmen und Finanzmärkte, sondern könnte auch das Zahlungsverhalten der Wirtschaft deutlich verschlechtern. “Die Zahlungsmoral in Deutschland steht vor einem rapiden Absturz, wenn die aktuelle Euro-Krise weiter anhält”, warnte der Branchenverband der deutschen Inkasso-Firmen (BDIU). In der Folge würden auch die Unternehmensinsolvenzen spürbar steigen.

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