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Inlandsnachrichten

Statistikamt will schnellere Konjunkturdaten - "Hochaktuell und faktenbasiert"

The sun sets over the Brandenburg Gate in Berlin, Germany, September 6, 2020. REUTERS/Joachim Herrmann

Berlin (Reuters) - Schneller mehr wissen: Das Statistische Bundesamt will mit neuen Konjunkturdaten einen rascheren Überblick zur Entwicklung der deutschen Wirtschaft gewinnen.

Man versuche, die Lehre aus der Corona-Krise zu ziehen, die den Bedarf an schnell verfügbaren Hinweisen auf den Konjunkturverlauf erhöht habe, sagte Albert Braakmann vom Statistikamt am Dienstag. “Und die heißt, dass wir schnellere, hochfrequente, hochaktuelle Daten gerne nutzen - aber faktenbasiert”, sagte der Leiter der Abteilung “Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Preise” auf einer Online-Pressekonferenz. “Experimentell sind wir schon dabei, bestimmte Hochfrequenzdaten zu nutzen.”

Banken-Ökonomen schauen sich beispielsweise Bewegungsdaten im Einzelhandel und Gastgewerbe an, die nahezu in Echtzeit von Anbietern wie Google erhältlich sind. Davon versprechen sie sich schnellere Hinweise, wohin Europas größte Volkswirtschaft steuert. “Diese Dinge betrachten wir auch”, sagte Peter Schmidt, der im Statistikamt den Bereich “Unternehmen, Verdienste, Verkehr” leitet.

Scannerdaten von Supermarkt-Kassen nutzten die Statistiker bereits. Letztere liefern sehr rasch einen Einblick, welche Produkte gekauft und nachgefragt werden. “Die Ergebnisse waren schon sehr spannend”, sagte Braakmann. “Wir halten das für einen erfolgversprechenden Ansatz.” Allerdings müssten dazu Gesetzesänderungen vom Bundestag vorgenommen werden, damit die Daten von den Unternehmen angefordert werden können. Bislang geschehe dies auf freiwilliger Basis. Ob das noch in der laufenden Legislaturperiode klappe, sei offen. “Wir versuchen es”, sagte Braakmann.

Schon verabschiedet ist ein neues Preisstatistikgesetz. Hier können die Statistiker zur Berechnung der Inflationsrate auf Scannerdaten zurückgreifen und so Preisveränderungen rasch und genau feststellen. Die erste Corona-Welle im Frühjahr stellte die Statistikämter vor große Herausforderungen bei der Preisermittlung: Zum einen blieben viele Geschäfte geschlossen, zum anderen fehlte das Personal, das normalerweise zu Hunderten ausschwärmt, um Preise von Waren und Dienstleistungen zu ermitteln.

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