November 12, 2019 / 10:26 AM / 24 days ago

Börsianer üben mehr Konjunkturoptimismus - "Kuh nicht vom Eis"

A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt, Germany, May 8, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Börsianer schätzen die deutschen Konjunkturaussichten angesichts wachsender Hoffnung auf eine Ende von Handelskonflikten und Brexit-Chaos so gut ein wie seit einem halben Jahr nicht mehr.

Das Barometer ihrer Erwartungen für die nächsten sechs Monate stieg im November überraschend kräftig um 20,7 Zähler auf minus 2,1 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 200 Analysten und Anlegern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg auf minus 13,0 Zähler gerechnet. Auch die Konjunkturlage bewerteten die Börsianer besser, allerdings nur leicht.

“Die Hoffnung steigt, dass sich das internationale wirtschaftspolitische Umfeld in der näheren Zukunft verbessern wird”, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. “Die Chancen auf ein Abkommen zwischen Großbritannien und der EU und damit auf einen geregelten Austritt Großbritanniens sind inzwischen erkennbar größer geworden.” Hinzu komme, dass Strafzölle auf Autoimporte aus der EU in die Vereinigten Staaten weniger wahrscheinlich seien als vor einigen Wochen. “Auch eine Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint etwas näher zu rücken”, sagte Wambach.

“BÄUME WACHSEN NICHT IN DEN HIMMEL”

Ökonomen von Banken warnen allerdings vor zu viel Euphorie. “Vor allem in Sachen Handelsstreit ist die Kuh noch nicht vom Eis”, sagte etwa Jens-Oliver Niklasch von der LBBW. “Auch im kommenden Jahr werden die Bäume nicht in den Himmel wachsen”, betonte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. “Die Umstellung vom Verbrennungsmotor auf die Elektromobilität ist für die deutsche Automobilwirtschaft mit einem tiefgreifenden Strukturwandel verbunden. Davon betroffen sind auch nachgelagerte Industrien wie der Maschinenbau.”

Das Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal wegen schwächelnder Exporte um 0,1 Prozent geschrumpft. Im abgelaufenen Sommerquartal dürfte es erneut ein Minus gegeben haben, womit Deutschland erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 in eine Rezession rutschen würde. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht dazu am Donnerstag eine erste Schätzung.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below