October 16, 2018 / 9:22 AM / a month ago

Zollstreit und Brexit werden "Stimmungskiller" für Börsianer

Office buildings are pictured in the financial district of Frankfurt, Germany, September 15, 2018. Picture taken September 15, 2018. REUTERS/Ralph Orlowski

Berlin (Reuters) - Der von den USA angezettelte Handelskonflikt versetzt dem Konjunkturoptimismus der Börsianer einen ordentlichen Dämpfer.

Das Barometer für ihre Erwartungen im kommenden halben Jahr sackte im Oktober weit stärker ab als Experten erwartet hatten: Es fiel um 14,1 auf minus 24,7 Zähler, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 194 Analysten und Anlegern mitteilte. Die Forscher bezeichneten den Rückgang als “bemerkenswert stark”. Einen solchen Einbruch der Stimmung habe es zuletzt nach dem Brexit-Votum im Juli 2016 gegeben.

“Die Erwartungen für die deutsche Wirtschaft werden vor allem durch den sich verschärfenden Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet”, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. US-Präsident Donald Trump ist das Defizit im Warenhandel mit China und der EU seit längerem ein Dorn im Auge. Die europäische Wirtschaft fürchtet, dass Trump den US-Markt abschotten und damit den Welthandel bremsen könnte. Der Handelsüberschuss der EU-Länder mit den USA stieg trotz des Zollkonflikts allerdings zuletzt weiter.[L8N1WW2JM]

Die negativen Einschätzungen der Börsianer hinsichtlich der deutschen Exporte beginnen sich nach Ansicht des ZEW inzwischen aber in der Exportentwicklung widerzuspiegeln. Die Firmen lieferten im August 0,1 Prozent weniger ins Ausland als im Vormonat und mussten damit ein Umsatzminus wegstecken. Der Export dümpelt laut DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier vor sich hin. Er befürchtet auch mit Blick auf den Zollstreit zwischen den USA und China ein “dickes Ende” für die deutschen Exporteure.

Ebenfalls auf die Stimmung der Börsianer drückt laut ZEW die “wahrscheinlicher werdende Gefahr eines harten Brexit”. Nicht zuletzt belaste auch die als instabiler wahrgenommene Situation der Regierungskoalition in Berlin die Konjunktureinschätzungen. “Die unsicheren Zeiten sind ein Stimmungskiller”, so das Fazit von Ökonom Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank. Die führenden Institute gehen in ihrem Herbstgutachten für die Bundesregierung davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September nur noch um 0,1 Prozent gewachsen ist, nach 0,5 Prozent im Vorquartal. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht eine erste Schätzung dazu im November.

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