November 13, 2018 / 10:22 AM / a month ago

ZEW-Index steigt minimal - "Himmel voller Damoklesschwerter"

Aerial view of containers at a loading terminal in the port of Hamburg, Germany August 1, 2018. REUTERS/Fabian Bimmer

Berlin (Reuters) - Börsenprofis blicken weiter pessimistisch auf die deutsche Konjunktur.

Das Barometer für ihre Erwartungen im nächsten halben Jahr stieg zwar im November leicht um 0,6 auf minus 24,1 Zähler, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 209 Analysten und Anlegern mitteilte. Das ZEW betonte aber, das Barometer befinde sich weiter “sehr deutlich im negativen Bereich” und unter dem langfristigen Durchschnitt von plus 22,7 Punkten. “Wer mag schon optimistisch in die Zukunft blicken, wenn der Himmel voller Damoklesschwerter hängt?”, kommentierte NordLB-Experte Jens Kramer. Risiken für die Wirtschaft seien der Brexit, der Handelskonflikt mit den USA und der europafeindliche Kurs der italienischen Regierung.

Die Daten von Industrie, Einzelhandel und Außenhandel signalisierten “eine schwache Entwicklung der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal”, erklärte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die befragten Experten erwarteten vorerst keine Wende zum Besseren. “Sie gehen damit derzeit nicht von einer schnellen Korrektur der schwächeren Wirtschaftsentwicklung aus.” Das Barometer für die aktuelle Lage rutschte überraschend deutlich um 11,9 auf 58,2 Punkte.

Die Wirtschaftsweisen hatten jüngst ihre Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft spürbar gesenkt. Für 2018 veranschlagen sie nur noch einen Anstieg beim Bruttoinlandsprodukt von 1,6 Prozent und für 2019 von 1,5 Prozent. Sie sind damit pessimistischer als die Bundesregierung und führende Forschungsinstitute. Im Sommerquartal dürfte die deutsche Wirtschaft nach Schätzung von Ökonomen erstmals seit 2015 wieder leicht geschrumpft seien. Von Reuters befragte Experten rechnen mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 0,1 Prozent zum zweiten Quartal. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht eine erste Schätzung dazu am Mittwoch.

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