April 16, 2019 / 9:39 AM / 5 months ago

ZEW-Index steigt zum 6. Mal - "Konjunktur noch nicht über den Berg"

Berlin (Reuters) - Börsenprofis blicken wieder einen Tick optimistischer auf die deutsche Konjunktur.

Das Barometer für ihre Erwartungen für das nächste halbe Jahr kletterte im April den sechsten Monat in Folge und auf den höchsten Stand seit gut einem Jahr. Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) meldete am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 198 Analysten und Anlegern einen Anstieg um 6,7 auf plus 3,1 Punkte. Das Barometer bleibt aber deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt von plus 22,2 Punkten. Zudem wurde die aktuelle Lage das siebte Mal in Folge schlechter eingeschätzt. “Die deutsche Konjunktur ist also hinsichtlich ihrer jüngsten Schwächephase noch nicht über den Berg, aber es gibt neuerlich Anlass zur Hoffnung”, sagte LBBW-Chefökonom Uwe Burkert.

Der Anstieg des ZEW-Index fiel etwas stärker aus als von Fachleuten erwartet und geht laut Instituts-Chef Achim Wambach auf die Einschätzung zurück, “dass sich das weltwirtschaftliche Umfeld weniger schlecht als bisher vermutet entwickeln wird”. Auch die Verschiebung des Brexit-Termins dürfte dazu beigetragen haben. “Die neuesten Zahlen für Auftragseingänge und Produktion der deutschen Industrie ergeben hingegen das Bild einer eher schwachen Konjunkturentwicklung”, betonte Wambach.

ZEW ALS “LETZTER STROHHALM FÜR KONJUNKTUR-OPTIMISTEN”

Zuletzt hatten viele Experten ihre Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft gesenkt. Deshalb sei das ZEW-Barometer “so etwas wie der letzte Strohhalm, an dem sich Konjunkturoptimisten klammern können”, sagte Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank aus Liechtenstein.

Die Euro-Zone und Deutschland sind in eine Konjunkturabkühlung geraten. Die führenden Forschungsinstitute senkten ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft 2019 jüngst auf 0,8 von 1,9 Prozent. Wirtschaftsminister Peter Altmaier dürfte am Mittwoch nachziehen und dabei sogar noch etwas weitergehen. Die Volkswirte der Europäischen Zentralbank (EZB) kappten ihre Schätzung für den Euro-Raum auf 1,1 (zuvor: 1,7) Prozent. Doch diese EZB-Prognosen werden Insidern zufolge intern immer mehr infrage gestellt. Wegen der Konjunkturabkühlung in China und der von den USA angefachten Handelskonflikte stuften immer mehr EZB-Vertreter die Vorhersagen für die Euro-Zone als zu optimistisch ein, sagten vier mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Auf der jüngsten Zinssitzung habe eine “signifikante Minderheit” die Vorhersage bezweifelt, dass das Wachstum im zweiten Halbjahr wieder anziehen werde.

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