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Wirtschaftsnachrichten

ZEW-Index bricht ein - Corona-Infektionen sorgen für Unsicherheit

Bull and bear, symbols for successful and bad trading are seen in front of the German stock exchange (Deutsche Boerse), as markets react on the coronavirus disease (COVID-19) in Frankfurt, Germany, March 25, 2020. REUTERS/Ralph Orlowski

Berlin (Reuters) - Börsianer blicken auch wegen steigender Corona-Fälle wieder pessimistischer auf die Aussichten für die deutsche Konjunktur.

Das Barometer ihrer Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten sechs Monaten fiel im Oktober überraschend stark um 21,3 auf 56,1 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag unter Berufung auf seine monatliche Umfrage unter 171 Analysten und Anlegern mitteilte. “Die große Euphorie der Monate August und September scheint verflogen zu sein”, erklärte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die zuletzt stark gestiegene Zahl der Corona-Infektionen erhöhe die Unsicherheit über den Konjunkturverlauf.

Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf 73,0 Zähler gerechnet. Die Börsenprofis beurteilten allerdings die Lage der Konjunktur besser: Dieses Barometer kletterte um 6,7 Punkte, verharrte aber mit minus 59,5 Zählern deutlich im negativen Bereich. “Das Vertrauen in den Aufschwung gerät ins Wanken”, warnte Michael Holstein von der DZ Bank. “Der starke Anstieg der Infektionszahlen in ganz Europa bereitet auch den Finanzmarktteilnehmern zunehmend Sorgen.” LBBW-Experte Jens-Oliver Niklasch sieht als größte Gefahr für die Konjunktur einen zweiten flächendeckenden Lockdown. “Die verunglückte Entscheidung zu den Beherbergungsverboten, die kaum jemand versteht, die Vorschläge irgendwelcher Hinterbänkler, die Winterferien zu verlängern – das alles trägt jetzt wieder zur Verunsicherung bei.”

Eine Stimmungsbremse sei auch ein möglicher Brexit ohne Handelsvertrag zwischen EU und Großbritannien, ergänzte ZEW-Chef Wambach. “Auch die gegenwärtige Situation vor den Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten steigert die Unsicherheit.”

Die deutsche Wirtschaft war wegen der Corona-Krise im zweiten Quartal mit 9,7 Prozent und somit in Rekordtempo eingebrochen. Fachleute erwarten für das laufende Halbjahr wieder spürbares Wachstum. Eine zweite Welle mit stark steigenden Corona-Infektionen und weiteren Einschränkungen für die Wirtschaft könnte die Belebung hingegen dämpfen.

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