May 7, 2020 / 8:43 AM / 21 days ago

Ökonomen für mehr Investitionen gegen Corona-Rezession

FILE PHOTO: Aerial view of a container terminal in the port of Hamburg, Germany November 14, 2019. REUTERS/Fabian Bimmer

Berlin (Reuters) - Ökonomen werben in einem gemeinsamen Aufruf für ein nachhaltiges Investitionsprogramm gegen die Corona-Rezession.

“Die deutsche Wirtschaft braucht einen starken staatlichen Impuls, um möglichst rasch aus der von der Corona-Krise verursachten tiefen Rezession zu kommen und auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu gelangen”, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Konzept. “Das staatliche Engagement ist nötig, weil sonst der wirtschaftliche Schock, vergleichbar mit den 1930er Jahren, eine wirtschaftliche Normalisierung dauerhaft blockieren könnte – mit gravierenden Folgen für die gesamte Gesellschaft.” Unterzeichnet haben den Aufruf unter anderem der Direktor des arbeitnehmernahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien, und der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther.

Notwendig seien vor allem Investitionen. Diese sollten auf die Bewältigung der Dekarbonisierung, des demografischen Wandels und der digitalen Transformation abzielen. Das Programm sollte über Kredite des Bundes finanziert werden, über mehrere Jahre laufen, aber bereits in nächster Zeit verbindlich angekündigt werden. “Eine Politik des Abwartens kann hohe Kosten verursachen”, warnen die Experten.

Konkret regen sie gezielte steuerliche Lösungen wie verbesserte Abschreibungsregelungen an, um private Investitionen zu fördern. Diese sollten zeitlich befristet sein, um einen Anreiz zu einer schnellen Planung und Umsetzung von Investitionen zu bieten. Auch Abwrackprämie für Ölheizungen verbunden mit Anreizen zum Einbau von Wärmepumpen, die Förderung energetischer Gebäudesanierung und den Ausbau von Solar- und Windenergie bringen die Experten ins Spiel. Der Autoindustrie könne durch Förderung von Elektroautos, Ladesäulen und Batteriezellenproduktion unter die Arme gegriffen werden.

Die Ökonomen sind zudem für höhere öffentliche Ausgaben. Damit könnten etwa Altschulden überschuldeter Kommunen durch einen einmaligen Beitrag getilgt sowie ein Fonds eingerichtet werden, der den Kommunen die Kosten für die Pandemie-Bekämpfung erstattet. Auch sollten die Investitionen in Bildung erhöht werden.

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