June 26, 2019 / 6:14 AM / 3 months ago

GfK-Konsumklima trübt sich weiter ein - Furcht vor Jobverlust steigt

FILE PHOTO: A woman passes sale signs in a shop window in downtown Hamburg, Germany, January 25, 2018. REUTERS/Fabian Bimmer/File Photo GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD

Berlin (Reuters) - Die Stimmung der deutschen Verbraucher trübt sich zusehends ein.

Das Konsumklima-Barometer für Juli sank um 0,3 Zähler auf 9,8 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit April 2017, wie die Nürnberger GfK-Marktforscher am Mittwoch zu ihrer monatlichen Umfrage unter 2000 Verbrauchern mitteilten. Dies war der zweite Rückgang in Folge. Auch wenn die Erwartungen an die Konjunktur leicht stiegen, schätzten die Konsumenten ihre künftige Finanzlage schlechter ein. “Bislang hat der Einkommensindikator von der exzellenten Arbeitsmarktentwicklung in Deutschland profitieren können”, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. “Doch nun mehren sich die Stimmen, die von einem Ende des Beschäftigungsbooms sprechen.”

Folglich nehme die Furcht vor Jobverlust unter Arbeitnehmern zu. Dies könnte laut Bürkl vor allem Beschäftigte in der Autoindustrie und bei deren Zulieferern treffen. Im Mai war die Zahl der Arbeitslosen zum Vormonat überraschend um 7000 auf 2,236 Millionen gestiegen. Und die Bundesagentur für Arbeit bereitet sich angesichts der flauen Konjunktur bereits auf einen Anstieg der Kurzarbeit in verschiedenen Industriebranchen vor.[nL8N2351UG]

Dennoch bleibe die Konsumlaune bislang ungebrochen, so Bürkl. Denn die Verbraucher hielten es derzeit verstärkt für ratsam, größere Anschaffungen zu tätigen. Das GfK-Barometer dazu legte im Juni um 3,2 Zähler auf 53,7 Punkte zu. Damit ist die Konsumneigung laut dem GfK-Experten trotz der eingebrochenen Einkommenserwartungen noch intakt: “Ob das so bleibt, hängt sehr stark davon ab, wie sich die Einkommensaussichten in den kommenden Monaten entwickeln werden.” Die Arbeitnehmer hatten auch Anfang des Jahres wieder mehr Geld in der Tasche. Die Reallöhne lagen zwischen Januar und März 1,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals, wie das Statistische Bundesamt jüngst mitteilte.[nL8N23V1G1]

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