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Wirtschaftsnachrichten

Konsumklima trotz Corona aufgehellt - Händler erwarten frühes Weihnachtsgeschäft

People are seen at the Rhein Center shopping mall after the re-opening of the borders, amid the coronavirus disease (COVID-19) outbreak, in Weil am Rhein, Germany June 15, 2020. REUTERS/Arnd Wiegmann

Berlin (Reuters) - Trotz steigender Infektionszahlen in Deutschland bessert sich die Stimmung der Verbraucher rechtzeitig vor dem Start in die Weihnachtssaison. Die Nürnberger GfK-Marktforscher sagen nach dem Rückgang im September für Oktober wieder einen Anstieg ihres Barometers voraus - und zwar um 0,1 Punkte auf minus 1,6 Zähler. “Offenbar sind die umfangreichen Konjunkturpakete für Unternehmen und Verbraucher geeignete Maßnahmen, um Deutschland aus der schwersten Rezession der Nachkriegszeit zu helfen”, erklärte GfK-Experte Rolf Bürkl zu der am Mittwoch veröffentlichten monatlichen Umfrage unter rund 2000 Verbrauchern.

Auch die verhältnismäßig stabile Lage am Arbeitsmarkt stützt das Konsumklima: Die Bundesagentur BA in Nürnberg meldete für August gegenüber dem Vormonat keinen Corona-bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Zudem ging zuletzt die Zahl der Kurzarbeiter spürbar zurück. “All dies trägt sicherlich zur stabilen Entwicklung der Einkommenserwartung der privaten Haushalte bei”, so der GfK-Experte.

Ökonom Carsten Brzeski von der Bank ING spricht von einer “kräftigen Erholung” beim privaten Verbrauch: Die Aufhebung der Lockdown-Regelungen und staatliche Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft erwiesen sich dabei als “wichtige Treiber” der Entwicklung. Mediziner haben allerdings für den Herbst schon vor steigenden Corona-Infektionszahlen gewarnt. Als erste deutsche Millionenstadt hat München angesichts steigender Corona-Fälle bereits Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen.

WEIHNACHTSGESCHÄFT STARTET WOHL FRÜHER

Die deutschen Einzelhändler blicken dennoch wieder positiver in die Zukunft, auch wenn viele Ladengeschäfte in Innenstädten noch immer stark unter den Nachwirkungen der Corona-Krise leiden. “Die Faktoren Kaufkraft, Einkommensentwicklung und soziale Sicherungssystem funktionieren in Deutschland, daher sind die Voraussetzungen für den Konsum im Grunde gegeben”, so der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes HDE, Stefan Genth. Er richtet den Blick bereits auf das für die Branche enorm wichtige Weihnachtsgeschäft, das seiner Ansicht nach in Corona-Zeiten früher anlaufen dürfte als sonst üblich: “Möglicherweise ab Oktober.” Dahinter dürfte auch die Überlegung vieler Bürger stehen, Gedränge in den Fußgängerzonen und Kaufhäusern in den Wochen vor Weihnachten aus dem Weg zu gehen. Der Verband setzt seine Hoffnungen auch auf die Genehmigung verkaufsoffener Sonntage in der Adventszeit, mit der das “Weihnachtsgeschäft entzerrt” werden könnte.

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