January 30, 2019 / 7:16 AM / 3 months ago

GfK - Konsumklima hellt sich überraschend auf - Konjunktursorge bleibt

People walk through the Mall of Berlin shopping centre during its opening night in Berlin, September 24, 2014. REUTERS/Thomas Peter/File Photo

Berlin (Reuters) - Die Stimmungskurve der deutschen Verbraucher zeigt trotz wachsender Sorgen um die Konjunktur nach oben.

Das Konsumklima-Barometer für Februar stieg überraschend um 0,3 auf 10,8 Prunkte, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch zu ihrer monatlichen Umfrage unter 2000 Verbrauchern mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Mai 2018. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 10,3 Zähler gerechnet. “Steigende Einkommensaussichten und eine zunehmende Anschaffungsneigung sorgen dafür, dass das Konsumklima wieder zulegt”, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. “Somit kann man den Start in das Konsumjahr 2019 als geglückt ansehen.”

Die GfK rechnet mit einem Zuwachs der privaten Konsumausgaben von real 1,5 Prozent. “Dies setzt allerdings voraus, dass die Verunsicherung der deutschen Verbraucher im Hinblick auf die Konjunktur nicht wesentlich zunimmt”, sagte Bürkl. Eine Eskalation im Handelsstreit etwa wäre für die Exportnation Deutschland ein schlechtes Signal. “Sollte dadurch die Angst vor Jobverlust bei den Arbeitnehmern wieder zunehmen, würde das unmittelbar das Konsumklima belasten und die Prognose gefährden.”

Die Verbraucher schätzen die Aussichten für die deutsche Wirtschaft so negativ ein wie seit zwei Jahren nicht mehr. Der Handelskonflikt zwischen den USA, China und der EU sowie die Hängepartie beim Brexit sorgen für schwindenden Optimismus. Dennoch werden die Einkommensaussichten positiver gewertet. Zuletzt handelte die Gewerkschaft Verdi für das Sicherheitspersonal an Flughäfen kräftige Lohnzuwächse heraus: Für die nächsten drei Jahre seien Erhöhungen von jährlich 3,5 bis 9,77 Prozent vorgesehen.

Bislang lassen sich die Verbraucher durch die Konjunktureintrübung auch nicht in ihrer Konsumneigung beeinträchtigen. “Die anhaltend gute Beschäftigungssituation in Verbindung mit steigenden Einkommen sorgen dafür, dass die Verbraucher bereit sind, weiter Geld auszugeben”, sagte Bürkl.

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