May 5, 2020 / 6:10 AM / a month ago

Ifo-Umfrage - Fast alle Branchen mit Kurzarbeit - "Schlägt alles"

FILE PHOTO: A salesman wearing a protective face mask shows a shoe in the sport store PUMA, as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues, in Berlin, Germany, April 25, 2020. REUTERS/Annegret Hilse

Berlin (Reuters) - Inmitten der Corona-Krise greifen dem Ifo-Institut zufolge fast alle Branchen in Deutschland auf das Instrument der Kurzarbeit zurück.

Spitzenreiter sind die Gastronomie mit 99 Prozent der Betriebe und die Hotels mit 97 Prozent, geht aus der am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Münchner Forscher des Ifo Instituts im April hervor. Ähnlich stark betroffen ist demnach die Schlüsselbranche Automobilbau mit 94 Prozent. Der Durchschnitt über alle Branchen hinweg liegt bei 50 Prozent. “Das schlägt alle Zahlen aus der Finanzkrise von 2009”, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Er befürchtet, dass die Krise früher oder später in einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit münden kann, sollte die Corona-Krise anhalten. “Kurzarbeit ist für die Betriebe eine Brücke über eine Zeit niedriger Umsätze”, sagte Wohlrabe. “Sollten die Umsatzausfälle aber länger andauern, werden auch Arbeitsplätze ganz wegfallen.”

In einigen wenigen Branchen wird vergleichsweise wenig kurzgearbeitet. In der Chemie sind es 30 Prozent, bei den Herstellern von Nahrungs- und Futtermitteln 21 Prozent, im Gesundheitswesen 14 Prozent, in Anwaltskanzleien, bei Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern drei Prozent. Gar keine Kurzarbeit melden demnach Energieversorger, Betriebe der Abwasserentsorgung und Hersteller von Medikamenten. In der Luftfahrt liegt der Anteil der Betriebe hingegen bei 91 Prozent, bei Reisebüros und Reiseveranstaltern sind es 90 Prozent. Auch 98 Prozent der Lederwarenhersteller haben Kurzarbeit und 96 Prozent der Hersteller von Bekleidung. Kreative, künstlerische und unterhaltende Betriebe stecken mit 82 Prozent drin, Betriebe des Sports (Bäder, Golfclubs, Fitness-Studios, Freizeit- und Vergnügungsparks) zu 81 Prozent.

Gleichwohl stellte das Ifo-Institut regionale Unterschiede fest. “Am stärksten betroffen sind Bayern mit 54 Prozent und Baden-Württemberg mit 53 Prozent.” Am Ende der Skala liegen demnach Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt mit 43 Prozent sowie Rheinland-Pfalz und das Saarland mit 39 Prozent.

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