October 25, 2018 / 2:18 PM / 2 months ago

Sparkassen prüfen Mega-Fusion - Hohe Hürden

A Sparkasse bank sign is pictured in Ulm, Germany, April 6, 2017. REUTERS/Michaela Rehle

Frankfurt (Reuters) - Vor dem Hintergrund der NordLB-Investorensuche loten die deutschen Sparkassen eine Fusion ihrer milliardenschweren Landesbanken aus.

Finanzkreisen zufolge wird über einen Zusammenschluss der Landesbanken Helaba, NordLB, LBBW sowie des Fondsdienstleisters Deka und des Immobilienfinanzierers Berlin Hyp diskutiert. Mehrere Insider betonten jedoch, dass die Hürden für einen Zusammenschluss hoch seien.

Die Institute lehnten eine Stellungnahme ab. Ein Sprecher des Sparkasssen-Verbandes DSGV bestätigte Gespräche über die Zukunft des Sektors, ohne Details zu nennen: “Das von den Trägern der NordLB begonnene Verfahren für die Gewinnung von Kapitalinvestoren ist für den DSGV Anlass, mögliche Optionen und Handlungserfordernisse für die Sparkassen-Finanzgruppe aufzubereiten und mit seinen Mitgliedern zu beraten”. Die Überlegungen befänden sich aber noch am Anfang. “Weder gibt es Vorentscheidungen, noch können beim jetzigen Stand mögliche Ergebnisse prognostiziert werden”, sagte er.

In der Vergangenheit waren mehrere Versuche einer Konsolidierung des zersplitterten öffentlich-rechtlichen Sektors gescheitert. Die zentrale Frage sei, ob es diesmal gelinge, sich auf einen gemeinsamen Kurs zu verständigen - oder ob die unterschiedlichen Interessen auch diesmal eine Einigung verhinderten, sagten die Insider.

Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis hat wegen der niedrigen Zinsen und des steigenden Regulierungsaufwands wiederholt einen Umbau des Sparkassenlagers gefordert. “Unsere Strukturen sind nicht zukunftsfähig”, beklagte er zum Beispiel im März auf der Bilanzpressekonferenz des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Erst am Mittwoch hatte ein Gebot der Commerzbank für die angeschlagene NordLB für Aufregung im Sparkassenlager gesorgt.

Dem “Handelsblatt” zufolge, das zuerst über die Überlegungen berichtete, sollen sich in einem ersten Schritt die Helaba und die NordLB zusammenschließen. Anschließend soll das fusionierte Institute dann mit der Deka, der LBBW und der Berlin Hyp verschmelzen. Die BayernLB sei bei den geplanten Fusionen erstmal außen vor.

An dem Münchner Institut halten die Sparkassen mit rund 25 Prozent nur die Minderheit, die restlichen Anteile liegen beim Freistaat Bayern. Auch bei der LBBW sind die Sparkassen in der Minderheit, die Mehrheit an der größten deutschen Landesbank besitzen das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart.

Auslöser der Überlegungen ist die Notlage der NordLB, die 2017 wegen fauler Schiffskredite einen Rekordverlust von knapp zwei Milliarden Euro geschrieben hatte und auch für dieses Jahr rote Zahlen erwartet. Die Träger wollen nur einen Minderheitsanteil an dem Geldhaus abgeben. Finanzkreisen zufolge sind die Commerzbank, die Helaba, der Hedgefonds Christofferson, Robb & Company sowie die Finanzinvestoren Apollo, Cerberus und Advent noch im Rennen. Offerten in der zweiten Runde sind bis Ende November fällig.

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