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Fitch - Lebensversicherer verzichten immer öfter auf Neugeschäft
9. Oktober 2017 / 13:57 / vor 14 Tagen

Fitch - Lebensversicherer verzichten immer öfter auf Neugeschäft

München (Reuters) - Die deutschen Lebensversicherer werden nach Schätzungen der Ratingagentur Fitch bis 2022 für fast ein Fünftel des Marktes das Neugeschäft eingestellt haben.

A plaque is pictured at the entrance of the Fitch offices in downtown Milan January 24, 2012. Italian prosecutors investigating rating agencies Standard & Poor's and Moody's for alleged market manipulation and abuse of privileged information have widened their probe to Fitch, an investigative source said on Tuesday. REUTERS/Alessandro Garofalo (ITALY - Tags: BUSINESS CRIME LAW)

Lebensversicherungen im Volumen von rund 180 Milliarden Euro würden dann voraussichtlich nur noch abgewickelt (“Run-off”), ohne dass Kunden für das gleiche Produkt neue Verträge abschließen könnten, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie von Fitch. Derzeit sei bereits ein Volumen von 90 Milliarden Euro in Abwicklung, neun Prozent des Bestandes. Zumeist machen dies die Lebensversicherer noch auf eigene Rechnung. Einen immer größeren Anteil dürften aber laut Fitch künftig externe Investoren übernehmen, die sich auf die Abwicklung von Lebensversicherungen spezialisiert haben.

“Dieser Trend ist getrieben von niedrigen Zinsen und höheren Kapitalanforderungen unter Solvency II, die die Rentabilität von traditionellen Produkte mit Zinsgarantien unter Druck setzen”, erklärte Fitch. Wenn sie keine neuen Kunden mit attraktiven Zinsen anziehen müssten, könnten die Lebensversicherer nur die versprochene Mindestverzinsung ausschütten und zugleich die Vertriebsprovisionen drastisch senken. Die Verwaltungskosten stiegen aber mit schrumpfenden Beständen - was es attraktiver mache, die Portfolien an Spezialisten weiterzuverkaufen, die die Bestände mehrerer Anbieter bündeln. In Deutschland hat das bisher nur eine Handvoll Versicherer getan.

Zuletzt hatte Fitch ein Run-off-Volumen von 150 Milliarden Euro bis 2022 prognostiziert. Ende September hatte aber auch die italienische Generali verkündet, den rund 40 Milliarden Euro schweren Bestand der deutschen Generali Leben abzuwickeln und eine Käufer dafür zu suchen. Die Düsseldorfer Ergo zeichnet bei Victoria und Ergo Leben (ehemals Hamburg-Mannheimer) bereits seit längerem kein Neugeschäft mehr und kann sich nun auch eine Verkauf des mehr als 60 Milliarden Euro schweren Portfolios vorstellen.

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