May 22, 2020 / 12:25 PM / 2 months ago

Weitere Immobilien-Großfusion bahnt sich an - LEG greift nach TAG

Facades of appartment buildings are pictured at Kreuzberg district in Berlin, Germany, August 2, 2019. REUTERS/Fabrizio Bensch

Frankfurt (Reuters) - Auf dem deutschen Immobilienmarkt bahnt sich eine weitere milliardenschwere Fusion an.

Der Wohnungskonzern LEG Immobilien verhandelt mit dem Rivalen TAG Immobilien über einen Zusammenschluss, wie der Düsseldorfer Konzern am Freitag mitteilte. TAG, die am Freitag ihre Hauptversammlung in Hamburg abhielt, lehnte eine Stellungnahme ab.

LEG Immobilen ist vor allem in Nordrhein-Westfalen aktiv und besitzt bundesweit rund 136.000 Mietwohnungen. TAG Immobilien vermietet rund 85.000 Wohnungen vor allem in Nord- und Ostdeutschland und ist Ende vergangenen Jahres auch in den Wohnungsmarkt in Polen eingestiegen. Mit einem Börsenwert von zuletzt rund 7,7 Milliarden Euro ist LEG Immobilien mehr als doppelt so viel wert wie TAG mit rund drei Milliarden. LEG beschäftigt rund 1400 Mitarbeiter, TAG rund 1300. Die LEG-Aktionäre ließen die Übernahmepläne weitgehend kalt: Die LEG-Aktie notierte 0,4 Prozent im Plus, die TAG-Aktie legte dagegen um 4,6 Prozent zu.

In den vergangenen Monaten hat sich das Fusionskarussell auf dem deutschen Immobilienmarkt immer schneller gedreht. Unter dem Druck der Berliner Mietendeckels und der Wohnungsknappheit schloss sich der bisher nur in der Hauptstadt vertretene Wohnungskonzern ADO Properties mit der in Norddeutschland aktiven Adler Real Estate zusammen. Auch auf dem deutschen Gewerbeimmobilien-Markt kam es erst vor kurzem zu einer Milliardenfusion: Aroundtown verleibte sich TLG Immobilien ein.

Sofern es zur Fusion kommt, will LEG Immobilien die Übernahme von TAG Immobilien per Aktientausch abwickeln. Zusammen wären die bisher im Nebenwerteindex MDax gelisteten Unternehmen schwer genug, um den Aufstieg in den Leitindex Dax zu schaffen. Als einziges Immobilienunternehmen hat es bislang Vonovia in die oberste deutsche Börsenliga geschafft. Der größte deutsche Wohnungskonzern dürfte dort aber bald Gesellschaft von Deutsche Wohnen bekommen, der Nummer zwei auf dem deutschen Markt.

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