November 19, 2018 / 10:11 AM / 22 days ago

"Wiedervereinigung" von Tipp24 und Lotto24 - Nur noch Vermittler

München (Reuters) - Kommando zurück: Der Glücksspielanbieter ZEAL Network will die vor sechs Jahren abgespaltene Lotto24 wieder übernehmen und in Deutschland nur noch als Online-Vermittler auftreten.

ZEAL - die frühere Tipp24 - gibt damit die Hoffnung auf, selbst als Lotterieveranstalter in Deutschland zugelassen zu werden. Die Zweitlotterie, die das Unternehmen unter der Marke Tipp24 auf Basis der deutschen Lotto-Zahlen betreibt, soll eingestellt werden, wie ZEAL am Montag mitteilte. Damit würden die Risiken im Geschäft reduziert - allerdings sinken damit auch die Margen. Tipp24 operierte in Deutschland - dem größten Markt für ZEAL - bisher auf rechtlich wackliger Basis.

Die 2013 nach London abgewanderte ZEAL bietet den Lotto24-Aktionären neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung an. Sie sollen für je rund 1,6 Lotto24-Anteilsscheine ein ZEAL-Papier bekommen. Lotto24 wird damit mit rund 325 Millionen Euro bewertet. ZEAL selbst ist an der Börse rund 180 Millionen Euro wert. Während Lotto24-Papiere um 7,6 Prozent auf 13,60 Euro nach oben schnellten, brachen ZEAL um 8,8 Prozent auf 21,85 Euro ein.

Die Lotto24-Großaktionäre hat der Bieter hinter sich, allen voran die Familie Günther, einen der größten Lotterie-Vermittler in Deutschland. Sie hält allein 32,2 Prozent an Lotto24 und käme zusammen mit den Anteilen von Günther-Holding-Chef Oliver Jaster an ZEAL auf mehr als 30 Prozent an der fusionierten Firma. Ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre soll es aber nicht geben. Insgesamt hätten 65 Prozent der Lotto24-Anteilseigner bereits eingewilligt, ihre Aktien zu tauschen. Der Firmensitz soll nach der Übernahme nach Deutschland zurückverlegt werden.

Das Unternehmen hofft, mit der Einstellung der Zweitlotterie die deutschen Lotteriegesellschaften und Bundesländer milder zu stimmen. Denn die Einnahmen aus den verkauften Lottoscheinen von Tipp24 gehen dann wieder an den Staat und gemeinnützige Zwecke. Mit der Aufgabe der Zweitlotterie und anderer Produkte verliert ZEAL zunächst 107 Millionen Euro Umsatz, zugleich fallen aber Kosten von 57 Millionen weg, unter anderem für die Versicherung gegen hohe Gewinne.

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