July 24, 2019 / 11:19 AM / a month ago

Luftfahrtbranche lehnt nationalen Alleingang bei Kerosin-Steuer ab

An Airbus A380 plane is led to take off at the Paris Charles de Gaulle Airport in Roissy, France, June 19, 2019. Picture taken June 19, 2019. REUTERS/Philippe Wojazer

Berlin (Reuters) - In der Debatte um mehr Klimaschutz wehrt sich die deutsche Luftfahrtbranche gegen eine Kerosin- und CO2-Steuer.

- “Insgesamt sind nationale Alleingänge wirtschaftlich immer schädlich”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Matthias von Randow, am Mittwoch. Auch klimatechnisch wären - über die bereits bestehende Luftverkehrssteuer hinaus - deutsche Sonderregelungen hier kontraproduktiv. “Sie würden Verkehr und damit CO2-Emissionen nicht verringern, sondern nur zu Wettbewerbern im Ausland verschieben.” Wichtig seien vielmehr internationale, zumindest aber europäische Lösungen.

Jüngst hat sich Grünen-Chef Robert Habeck für eine Kerosinsteuer für Inlandsflüge starkgemacht. Im Ringen um das geplante Klimaschutzgesetz sprach sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für eine Abgabe auf den CO2-Ausstoß im Verkehr und beim Heizen aus. Die SPD um Umweltministerin Svenja Schulze ist seit längerem dafür. Die Luftfahrtbranche appellierte an die Politik, sich für innovative Technologien und die Markteinführung von Biokerosin und anderen alternativen Kraftstoffen einzusetzen. Kurzfristig seien solche Brennstoffe aber nicht ausreichend verfügbar, sagte von Randow. Man müsse viel Produktionskapazitäten aufbauen. Bei “wettbewerbsfähigen Preisen” könnten solche Alternativen dann zum Zuge kommen.

Durch die Klimaschutzdebatte befürchtet die Branche langfristig keine Einbußen. Mehr Wohlstand etwa in China, Indien und Brasilien werde zu weiter steigender Nachfrage führen. Zudem zeigten Umfragen, dass den Grünen nahestehende Passagiere am meisten fliegen, sagte von Randow.

Für 2019 erwartet der BDL weiter 2,3 Prozent Wachstum im Luftverkehr, wobei sich der Schwung im zweiten Halbjahr deutlich verlangsamen dürfte. “Die Branche spürt die Folgen der eingetrübten Konjunktur”, sagte von Randow. “Leider hält der Trend an, dass die deutschen Fluggesellschaften in viel zu geringem Maße von diesem Wachstum profitieren, das seit 2012 vor allem an ausländische Wettbewerber geht.” Der Anteil der Airlines in ihrem Heimatmarkt ging weiter zurück - von 67 Prozent 2012 auf 56 Prozent 2019. Für mehr Verbindungen sorgten seitdem viele Billiganbieter, darunter Europas irische Nummer eins Ryanair und der britische Rivale Easyjet.

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