March 6, 2020 / 3:24 PM / 4 months ago

Lufthansa-Konzern streicht wegen Virus bis zur Hälfte der Flüge

The skyline with its financial district is illuminated by drones forming the logo of German air carrier Lufthansa during an art installation celebrating the opening of the re-built old town in Frankfurt, Germany, September 29, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Die Lufthansa plant wegen der Auswirkungen des Coronavirus Kurzarbeit und will ihren Flugplan noch kräftiger ausdünnen.

In den letzten Tagen seien die Buchungen drastisch zurückgegangen, mittlerweile seien alle Verkehrsgebiete davon betroffen, erklärte die Lufthansa am Freitag. Die angebotene Flugkapazität will der Konzern daher noch stärker als bislang geplant verringern. Abhängig von der weiteren Entwicklung der Nachfrage solle die Kapazität in den nächsten Wochen um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Darüber hinaus werde zurzeit geprüft, inwieweit die gesamte, aus 14 Maschinen bestehende A380-Flotte in Frankfurt und München temporär außer Dienst gestellt werden kann. Der Riesen-Airbus mit über 500 Sitzplätzen gilt auch in normalen Zeiten als schwer zu füllen.

Am Donnerstag hatte die Lufthansa wegen der einbrechenden Nachfrage und massiver Stornierungen bereits gebuchter Flüge angekündigt, im März die Kapazität im Konzern um bis zu 25 Prozent zu reduzieren. Neben der Lufthansa gehören auch Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines zu der Gruppe. Damit bleiben rechnerisch 150 Flugzeuge der insgesamt 770 Maschinen großen Flotte des Konzerns am Boden. Die Lufthansa selbst streicht bis Ende März rund 7100 Flüge. Doch die Auswirkungen des Coronavirus auf die Buchungen werden immer stärker und dürften länger andauern, so dass die Lufthansa auch den Sommerflugplan ausdünnen muss, der Ende März in Kraft tritt. Den Kunden will die Lufthansa wegen der Virus-Epidemie besondere Umbuchungsmöglichkeiten anbieten.

Auch am Personal gehen die Flugstreichungen nicht vorbei. Nachdem der Konzern bereits Ende Februar einen Einstellungsstopp verhängt hatte und Mitarbeitern anbot, ihren Jahresurlaub vorzuziehen oder unbezahlten Urlaub zu nehmen, plant die Lufthansa nun Kurzarbeit. Der Konzern sei in Gesprächen mit den Betriebspartnern und Gewerkschaften, um - unter anderem durch Kurzarbeit und Teilzeitmodelle – Probezeit-Kündigungen vermeiden zu können. Mit der Bundesagentur für Arbeit spreche man ebenfalls bereits über Kurzarbeit, sagte eine Sprecherin am Freitag in Frankfurt. Auch bei der österreichischen Tochter Austrian Airlines zieht der Konzern Kurzarbeit in Betracht.

Mit den Flugstreichungen und der Kurzarbeit will die Lufthansa die finanziellen Folgen des Nachfrageeinbruchs abmildern. Denn die Nachfrage bricht immer weiter ein. Wie sehr die Krise auf das Ergebnis durchschlagen wird, lässt die Lufthansa bislang offen und verweist auf die auf die Veröffentlichung der Bilanz am 19. März.

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