April 30, 2020 / 10:57 AM / in 25 days

Lufthansa und Gewerkschaften demonstrieren Einigkeit

A Lufthansa Airbus A330-300 aircraft is brought into a maintenance hangar at Lufthansa Technik Malta at Malta International Airport outside Luqa, Malta, March 27, 2018. REUTERS/Darrin Zammit Lupi

Frankfurt (Reuters) - Im Streit über das Rettungspaket für die Lufthansa haben das Unternehmen und die Gewerkschaften Verdi und Vereinigung Cockpit (VC) Einigkeit demonstriert.

Der nachhaltige Erhalt von möglichst vielen Arbeitsplätzen in den Unternehmen der gesamten Lufthansa-Gruppe sei gemeinsames Ziel von Arbeitgeber und Gewerkschaften, erklärte sie am Donnerstag in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Lufthansa-Chef Carsten Spohr, Verdi-Vizechefin Christine Behle und VC-Chef Markus Wahl bedankten sich für die Bereitschaft der Bundesregierung, das Unternehmen mit Staatshilfen zu unterstützen. Die Zukunftsfähigkeit der gesamten Airline-Gruppe, die nach Umsatz vor der Coronavirus-Krise die drittgrößte der Welt war, müsse gesichert werden.

“Um an unseren Erfolg als führende europäische Airline Gruppe auch nach dieser Krise anknüpfen zu können, müssen wir sowohl die Wettbewerbs- und Investitionsfähigkeit der Lufthansa erhalten, als auch Beschäftigung sichern”, hieß es in dem Schreiben. Die Lufthansa verhandelt seit Wochen über ein Rettungspaket, das Insidern zufolge neun Milliarden Euro schwer ist. Dabei kam es zum Streit unter den Koalitionsparteien CDU/CSU und SPD, wie stark der Staat künftig in das Unternehmen eingreifen soll. Sozialdemokraten forderten, durch eine staatliche Beteiligung an der 1997 privatisierten Lufthansa Mitsprache zum Beispiel über Beschäftigung zu sichern. Verdi und VC hatten gemeinsam an die Bundesregierung appelliert, die Lufthansa bei einer Unterstützung mit Steuergeldern zu Beschäftigungssicherung zu verpflichten.

Der Dax-Konzern steht vor einer deutlichen Verkleinerung der Flotte, da die Lufthansa noch sehr lange nicht mit einer Erholung des Luftverkehrs auf das boomende Vorkrisenniveau rechnet. Spohr hatte erklärt, dadurch seien die Jobs von etwa 10.000 der 138.000 Beschäftigten gefährdet. Gleichwohl wolle er möglichst alle Mitarbeiter weiterbeschäftigen. Der Lufthansa-Chef hatte sich außerdem gegen politischen Einfluss auf das operative Geschäft ausgesprochen.

Die gemeinsame Initiative ist nicht selbstverständlich, lieferten sich die Gewerkschaften in den letzten Jahren etliche Auseinandersetzungen mit der Unternehmensführung. Allerdings gehört die dritte einflussreiche Arbeitnehmervertretung, die Flugbegleitergewerkschaft UFO, nicht zu den Unterzeichnern. Sie lag vor der Krise am heftigsten im Streit mit dem Lufthansa-Management.

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