May 15, 2020 / 12:13 PM / 10 days ago

Lufthansa-Gespräche mit Gewerkschaften zur Überwindung der Krise

Demonstrators hold signs at a strike of Lufthansa's cabin crew union (UFO) at Frankfurt Airport, Germany November 8, 2019. REUTERS/Ralph Orlowski

Düsseldorf (Reuters) - Bei der Lufthansa dauern die Gespräche über Beiträge der Arbeitnehmer zur Rettung des angeschlagenen Luftfahrtkonzerns an.

“Wir setzen die Verhandlungen fort”, sagte der Geschäftsführer der Gewerkschaft UFO, Nicoley Baublies, am Freitag: “Sie sind in keinster Weise gescheitert.” Er reagierte damit auf eine Vorabmeldung des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel”, wonach die Verhandlungen geplatzt seien. Die Gespräche seien unterbrochen und würden in der kommenden Woche fortgesetzt, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Bei der Tochter Austrian Airlines (AUA) boten die Arbeitnehmervertreter einen Beitrag von über 200 Millionen Euro zur Überwindung der Corona- Krise an.

Dem Magazin zufolge geht es bei den Gesprächen in Deutschland unter anderem um einen Verzicht der 22.000 Flugbegleiter der Stammmarke Lufthansa auf das Urlaubsgeld und ein niedrigeres Grundgehalt. Die Maßnahmen sollen dem Magazin zufolge bis Ende 2023 gelten und nur gestoppt werden, wenn der Konzern vorher erneut mit der Zahlung einer Dividende an die Aktionäre beginnt. Im Gegenzug wolle die Konzernführung bis Ende 2023 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Eine Einigung sei ursprünglich bis Mitte dieser Woche angepeilt worden. Die UFO-Funktionäre pochten aber darauf, dass die Jobgarantie auch für ihre Kollegen bei Tochtergesellschaften wie Germanwings gelten soll. Baublies wies dies zurück. Die Lufthansa wollte sich zu diesen Angaben nicht äußern.

Der Lufthansa-Vorstand hatte Ende April mit den Gewerkschaften Verdi, UFO und Vereinigung Cockpit (VC) die Lage der Airline-Gruppe erörtert, die wegen der Coronavirus-Pandemie den Flugverkehr weitgehend einstellen musste. Die Pilotengewerkschaft VC bot danach dem Arbeitgeber einen Gehaltsverzicht der Piloten von rund 350 Millionen Euro bis Mitte 2022 als Sanierungsbeitrag an. Bei der Tochter AUA ist für die Piloten dem Betriebsrat zufolge ein Einkommensverzicht von bis zu 43 Prozent geplant.

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hatte erklärt, angesichts der bedrohlichen Krise die Konflikte der Vergangenheit beiseite schieben zu wollen. “Wir wollen gerne endlich wieder gemeinsam die Bedingungen gestalten”, hatte Baublies gesagt. UFO sei zu Krisengesprächen über einen Pakt für Zukunfts- und Beschäftigungssicherung bereit. Doch müsse es bei Zugeständnissen der Arbeitnehmer im Gegenzug eine Zusage zur Arbeitsplatzsicherung geben. Einbußen dürften nur vorübergehender Natur sein.

Die Lufthansa verhandelt derzeit mit der Bundesregierung über staatliche Finanzhilfen. Eine Summe von rund neun Milliarden Euro steht im Raum. Das Ringen um eine Lösung laufe noch, sagte Bundesverkehrminister Andreas Scheuer. Es gebe intensive Gespräche, ein Datum oder ein Ergebnis könne er noch nicht nennen. Strittig ist vor allem das Ausmaß einer möglichen staatlichen Beteiligung und der Einfluss der Politik auf das Geschäft. Die belgische Regierung erklärte, sie sei nur unter Bedingungen zu Hilfen für die Tochter Brussels Airlines bereit.

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