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Unternehmensnachrichten

Lufthansa findet neuen Finanzchef bei Schweizer Schoko-Konzern

FILE PHOTO: Lufthansa planes are seen parked on the tarmac of Frankfurt Airport, Germany June 25, 2020. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Die Lufthansa hat einen neuen Finanzchef gefunden.

Remco Steenbergen, derzeit Finanzchef des Schweizer Schokoladen-Konzerns Barry Callebaut, wechselt zum 1. Januar 2021 nach Frankfurt, wie die beiden Konzerne am Mittwoch mitteilten. Das Finanzressort der Lufthansa war nach dem plötzlichen Ausscheiden von Ulrik Svensson im April auf mehrere Vorstände verteilt worden und wurde zuletzt von Konzernchef Carsten Spohr geführt. Der Schwede Svensson hatte gesundheitliche Gründe für seinen Rückzug angeführt. Ein neuer CFO als erster Ansprechpartner der Investoren ist für die von der Corona-Krise hart getroffene Airline-Gruppe sehr wichtig, da sie nach der milliardenschweren staatlichen Rettung hoch verschuldet ist und noch eine lange Durststrecke ohne Gewinn vor sich hat.

Steenbergen ist ein Novize in der Luftfahrtbranche: Seit drei Jahren ist er Finanzchef von Barry Callebaut. Vor seinem Wechsel zu dem Schweizer Schokoladen-Konzern war der 52-jährige Niederländer für Philips und KPMG tätig. Wie üblich startet er mit einem Vertrag mit einer dreijährigen Laufzeit bis Ende 2023.

Der künftige CFO sei ein kapitalmarkterfahrener Finanzfachmann und bringe Expertise aus verschiedenen Unternehmen und Branchen mit, sagte Lufthansa-Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley. “Gerade jetzt, in dieser schwierigen Pandemie mit ihren gravierenden Folgen für den Luftverkehr, ist ein international erfahrener und anerkannter CFO für die Lufthansa Group wichtiger denn je. Das gilt sowohl für die Bewältigung der aktuellen Krise als auch für die folgenden Jahre, in denen wir die staatlichen Stabilisierungsmittel zurückführen müssen und wollen.”

ZURÜCK AM KAPITALMARKT

Der Luftverkehr weltweit ist wegen der Reisebeschränkungen eingebrochen. Die Lufthansa musste deshalb mit insgesamt neun Milliarden Euro Krediten und Finanzspritzen von Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz vor einer Pleite gerettet werden. Der deutsche Staat ist seither mit einem Anteil von 20 Prozent der größte Aktionär. Das Rettungspaket war Lufthansa-Chef Carsten Spohr zufolge notwendig, weil die Airline im ersten Halbjahr angesichts der hohen Geschäftsrisiken keinen Zugang mehr zu privatem Kapital hatte. In dieser Woche nahm das in den MDax abgestiegene Unternehmen erstmals in der Krise wieder Geld auf. Über eine Wandelanleihe sammelte die Lufthansa 600 Millionen Euro ein[FWN2HW1E4] und hat damit Mittel, um die Schulden beim Staat umzufinanzieren.

Führungskräfte bei der Lufthansa müssen wegen der hohen staatlichen Kapitalhilfe Abstriche bei ihrer erfolgsabhängigen Bezahlung hinnehmen: Es darf nach EU-Beihilferecht kein Bonus gezahlt werden, bis mindestens 75 Prozent der Rekapitalisierung zurückgezahlt sind. Boni machen aber bis zu 40 Prozent der Managervergütung bei der Lufthansa aus. Die EU-Auflage sorgte deshalb für Diskussionen in dem Unternehmen, das um seine Attraktivität für Führungskräfte fürchtet. Steenbergens Vergütung entspreche der Systematik, die für den übrigen Vorstand gilt, erklärte ein Lufthansa-Sprecher.

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