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Unternehmensnachrichten

Lufthansa einigt sich mit Piloten auf Kostensenkungen

The logo of German airline Lufthansa is seen before the company's annual news conference at the airport in Munich, Germany, March 16, 2017. REUTERS/Michaela Rehle

Fankfurt (Reuters) - Die Lufthansa hat sich nach monatelangen Verhandlungen mit ihren Piloten auf ein erstes Sparpaket in der Corona-Krise geeinigt.

Die Vereinbarung umfasse eine Personalkostenreduktion bis Ende des Jahres mit Einbußen bei Vergütung und Versorgungsleistungen, erklärten die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Mittwoch. Betriebsbedingte Kündigungen für das Cockpit-Personal der Lufthansa AG sind vorerst nur bis Ende März 2021 ausgeschlossen. Über das Volumen der Einsparungen machten beide Seiten keine Angaben. Ursprünglich hatten die Piloten der Lufthansa Zugeständnisse von rund 350 Millionen Euro über zwei Jahre angeboten.

Die Lufthansa musste mit einem milliardenschweren Rettungspaket der Bundesregierung einschließlich Staatsbeteiligung vor der Pleite durch die Corona-Krise gerettet werden. Um die Kosten angesichts des massiven Geschäftseinbruchs zu senken, will das Unternehmen die Personalkosten drücken. Einen Krisenpakt gibt es bereits mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO. Die Verhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für das Bodenpersonal in Deutschland brach die Lufthansa vergangene Woche ab.

Die Vereinbarung mit den Piloten ist der kleinste gemeinsame Nenner, den beide Seiten in den schon lange laufenden schwierigen Verhandlungen fanden. Ein ungelöster Konfliktpunkt sind die künftigen Tarife für den im Juli gegründeten neuen Flugbetrieb Ocean, in dem die Lufthansa Ferienflüge bündeln will. In diesem Markt herrscht knallharter Wettbewerb mit den Billigfluglinien Ryanair oder Easyjet, sodass die Lufthansa auf niedrige Kosten dringt. Die VC fordert hingegen “angemessene” Tarife.

LUFTHANSA HÄLT SICH KÜNDIGUNGEN OFFEN

Die Verhandlungen über weitere Einsparungen sollen unterdessen weitergehen. Dem Management zufolge sind bei der Airline-Gruppe 22.000 Beschäftigte weltweit überflüssig, die Hälfte davon in Deutschland. Im Cockpit seien bei der Kernmarke Lufthansa 800 von rund 5000 Piloten zu viel an Bord, hatte Vorstandschef Carsten Spohr erklärt. Er hatte zudem gewarnt, Kündigungen könnten entgegen dem ursprünglichen Plan nicht vermieden werden, wenn die Gewerkschaften dem Arbeitgeber nicht weit genug entgegenkommen. “Die deutliche Überkapazität bei den Piloten wird jedoch erheblich länger als bis März 2021 bestehen”, bekräftigte die Lufthansa jetzt. Kündigungen könnten deshalb nur durch eine langfristige Krisenvereinbarung begrenzt werden oder “frühestens im zweiten Quartal 2021” ausgesprochen werden. Da nicht klar ist, ob eine Einigung mit der VC gelingt, wird parallel mit den Personalvertretungen schon über Sozialpläne verhandelt. “Wir weisen die Drohung von Lufthansa, betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen, klar zurück”, erklärte VC-Chef Markus Wahl. Der Erhalt der Arbeitsplätze habe weiterhin oberste Priorität.

Vergangene Woche hatten die Mitglieder der Flugbegleitergewerkschaft UFO mehrheitlich für einen Tarifvertrag gestimmt, der nach Angaben der Gewerkschaft bis Ende 2023 mehr als eine halbe Milliarde Euro Personalkosten bei den rund 22.000 Kabinenmitgliedern einspart. Ein Sparbeitrag der rund 24.000 Beschäftigten am Boden, den die Gewerkschaft Verdi auf 600 Millionen Euro bezifferte, reichte der Airline nicht.

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