February 22, 2010 / 7:38 AM / 10 years ago

Lufthansa-Piloten streiken - Annäherung nicht in Sicht

A group of Common Cranes gather in dawn light, on their night-roost on a lake in the German state of Brandenburg, close to Berlin September 26, 2009. REUTERS/Thomas Krumenacker

Frankfurt (Reuters) - Bei der Lufthansa streiken die Piloten. Der Ausstand begann wie angekündigt um Mitternacht, wie das Unternehmen mitteilte.

Für diesen Montag musste die Lufthansa nach eigener Auskunft 40 bis 50 Prozent der Flüge streichen. “Von 1800 Flügen dürften maximal 1000 Flüge stattfinden”, sagte ein Konzernsprecher. Es gilt ein Sonderflugplan. Die Bahn stellt zusätzliche Züge bereit, Lufthansa-Allianzpartner sollten ihr Angebot erweitern. Anzeichen für eine Annäherung der Streitparteien gab es nach Worten des Konzernsprechers zunächst nicht. Beide Seiten werfen sich gegenseitig mangelndes Entgegenkommen vor.

Nach Streikbeginn schlug das Lufthansa-Management scharfe Töne an. “Die Verantwortung für sämtliche Auswirkungen - auf die Kunden, die Zukunft des Unternehmens und auf den Wirtschaftsstandort Deutschland - trägt einzig und allein die Gewerkschaft”, sagte der Firmensprecher im Deutschlandfunk.

In dem Streit war am Wochenende keine Einigung erzielt worden, obwohl sich Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) als Vermittler eingeschaltet hatte. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat gut 4000 Piloten aufgerufen, für vier Tage ihre Arbeit ruhen zu lassen. Dies wäre der längste Pilotenstreik der Lufthansa-Geschichte. “Das ist das Dramatischste im deutschen Luftverkehr, was wir je erlebt haben”, sagte der Konzernsprecher am Morgen im Deutschlandfunk.

Der Konzern bietet den Piloten eine Arbeitsplatzgarantie bis Ende 2012 an, will sich aber nicht darauf einlassen, deutsches Tarifrecht auch für Unternehmensteile im Ausland durchzusetzen. Genau darauf pocht die Gewerkschaft. Sie befürchtet einen sukzessiven Abbau der hoch bezahlten Lufthansa-Piloten und die Verlagerung von Arbeitsplätzen.

Die Lufthansa warf VC vor, in dem entscheidenden Verhandlungspunkt weiter keine Kompromissbereitschaft erkennen zu lassen. Es gebe keinerlei Signale dafür, dass die Gewerkschaft von ihrer Forderung abrücke, den Lufthansa-Tarifvertrag auch auf Piloten ausländischer Konzerntöchter auszuweiten. Das Management sieht darin einen juristisch unzulässigen Eingriff in seine Entscheidungsbefugnisse. “Das ist nicht verhandelbar”, betonte der Sprecher.

VC hatte dagegen in einer Presseerklärung am Sonntagabend einen Kompromissvorschlag genannt. Demzufolge soll der Disput in dem zentralen Streitpunkt ausgesetzt werden, bis dieser höchstrichterlich geklärt ist. Zugleich solle die Lufthansa bis dahin keine Arbeitsplätze ins Ausland verlagern. Dieses Angebot habe die Lufthansa-Führung bislang nicht aufgegriffen.

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