October 18, 2019 / 2:48 PM / a month ago

Gewerkschaft UFO sagt Warnstreik bei Lufthansa ab

An Airbus A380 of German air carrier Lufthansa is pulled for technical maintainance at the airport in Frankfurt, Germany, February 12, 2019. Picture taken February 12. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Im Tarifstreit zwischen Lufthansa und der für das Kabinenpersonal zuständigen Gewerkschaft UFO ist ein für Sonntag geplanter Warnstreik bei der Konzernmutter abgesagt worden.

Allerdings würden die Arbeitskampfmaßnahmen bei den Konzerntöchtern Germanwings, Eurowings, Lufthansa City Line und Sunexpress aufrechterhalten, sagte UFO-Sprecher Nicoley Baublies am Freitag. Der Tarifstreit mit Lufthansa sei trotz Entgegenkommen in der Entgeltfrage noch nicht beendet. Sowohl bei Lufthansa als auch bei den vier Töchtern seien Urabstimmungen gestartet worden, um über unbefristete Arbeitsniederlegungen zu entscheiden.

Lufthansa habe mit einer freiwilligen Entgelterhöhung von zwei Prozent bis Ende des Jahres die Gewerkschaftsforderungen erfüllt, teilte UFO mit. “Lufthansa scheint im Verlauf der letzten zwei Wochen begriffen zu haben, dass die Kabine sich weder durch mögliche disziplinarische Maßnahmen einschüchtern noch durch juristische Spitzfindigkeiten verwirren lässt”, erklärten die Arbeitnehmervertreter. Baublies stellte klar, die Einigung mit Lufthansa umfasse lediglich die Entgelterhöhung für den Rest des laufenden Jahres. Weitere Fragen, die für die Urabstimmung entscheidend seien, seien nach wie vor strittig.

Von Lufthansa lag zunächst keine Stellungnahme vor. In einem internen Schreiben an die Kabinenmitarbeiter erklärte die Fluggesellschaft, sie sei an einer konstruktiven Lösung interessiert. Zudem kündigte sie an, die Vergütung für Flugbegleiter der Lufthansa um zwei Prozent rückwirkend zum 1. Juli zu erhöhen. Dieses Angebot sei einseitig und müsse nicht von einer zweiten Partei bestätigt oder angenommen werden. “Diese außertarifliche Umsetzung ist in der aktuellen Situation die einzige Möglichkeit, die Entgelterhöhung umzusetzen”, hieß es in dem Schreiben.

UFO will, dass die Gewerkschaftsmitglieder aller fünf Konzernairlines bis zum 1. November in Urabstimmungen entscheiden, ob sie in unbefristete Streiks treten wollen. Zu Wochenbeginn hatte UFO erklärt, die Kabinenmitarbeiter wehrten sich dagegen, dass ihnen der Lufthansa-Konzern tarifliche Selbstverständlichkeiten verwehre. Lufthansa blocke mit dem vorgeschobenen Grund, der Gewerkschaft fehle die Vertretungsbefugnis, Verhandlungen etwa über die Tarifforderung ab.

Lufthansa hält Streiks von UFO für rechtswidrig. Es sei ungeklärt, ob UFO überhaupt eine Gewerkschaft und damit befugt zur Vertretung der Arbeitnehmer in der Kabine sei. Lufthansa werde deshalb rechtliche Schritte gegen die aus ihrer Sicht wilden Streiks prüfen.

Arbeitgeber und Gewerkschaft beharken sich seit Monaten vor Gericht. Bei UFO war im Frühjahr nach internem Krach der gesamte Vorstand zurückgetreten. Inzwischen wurde ein neuer Vorstand eingesetzt und nach rechtlichen Querelen ins Vereinsregister eingetragen. Die Lufthansa moniert, die UFO-Führung sei nicht satzungsgemäß gewählt worden, und weigert sich, Kündigungen von Tarifverträgen zu akzeptieren und Verhandlungen aufzunehmen.

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