November 28, 2019 / 8:28 AM / 8 days ago

Lufthansa und Gewerkschaft UFO streiten weiter - Streiks möglich

Deutsche Lufthansa sign is seen in front of the airport terminal at Cairo International Airport in Cairo, Egypt, July 21, 2019. REUTERS/Mohamed Abd El Ghany

Berlin/Frankfurt (Reuters) - Wegen des Tarifstreits beim Kabinenpersonal müssen Lufthansa-Kunden weiter Streiks in der Advents- und Weihnachtszeit befürchten.

Deutschlands größte Airline und die Gewerkschaft UFO konnten sich auch nach längeren Gesprächen noch nicht auf eine umfassende Schlichtung einigen. “Wir haben ja gesagt, Streiks sind auch wieder möglich”, sagte UFO-Vizechef Daniel Flohr am Donnerstag. “Und ich glaube ja, wenn das so weiter geht, wenn man sich nicht mit der Vergangenheit und mit den aktuellen Fragen mal wirklich beschäftigt, dann wird dieses Jahresende und auch 2020 streik- und auch konfliktintensiv.” Beide Seiten bekräftigten ihre Gesprächsbereitschaft. Lufthansa bot der Gewerkschaft eine “große” Schlichtung auch ohne Friedenspflicht bei Tochter-Airlines an.

Laut Tarifvertrag kommt es bei der Kernmarke Lufthansa so oder so zu einer “kleinen” Schlichtung, wo allerdings nur begrenzte Themen besprochen werden. Vermitteln sollen dabei der frühere Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, für die Lufthansa und der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck als Schlichter für die UFO. Beide Seiten hatten sich vor rund zwei Wochen auf eine große Schlichtung geeinigt, um bei der Kernmarke Lufthansa auch andere wichtige Themen zu regeln. Ferner sollte es noch einen sogenannten Moderationsprozess geben, um bei den Tochter-Airlines ebenfalls offene Probleme zu klären. Knackpunkt war aber, dass Lufthansa hierfür einen breiten Streikverzicht der Gewerkschaft auch bei den Töchtern forderte.

Nun lenkte der Konzern ein und bot an, auch ohne Streikverzicht bei Eurowings, Germanwings und CityLine den umfassenden Schlichtungsprozess zu beginnen, “um den Einstieg in eine große Schlichtung” noch zu ermöglichen. Zu Detailfragen wie einem Moderationsprozess bei Germanwings sei man offen.

UFO reagierte zurückhaltend und warf Lufthansa vor, die jüngsten Gespräche vorzeitig abgebrochen zu haben. Das Lufthansa-Angebot verschweige relevante Fallstricke wie mangelnde Rechtssicherheit. “Wir werden nun Vorbereitungen für die kleine Schlichtung und weitere Arbeitskämpfe forcieren”, sagte Flohr. Man biete Lufthansa jedoch an, “die beiden benannten Schlichter zur Hilfe zu holen, um die sprichwörtliche Kuh noch vom Eis zu holen.” Man habe Lufthansa einen Lösungsvorschlag auf Basis einer gemeinsamen, weitgehenden Einigung zugesandt, “an den wir uns bis auf Weiteres gebunden sehen”. Demnach bietet UFO eine Friedenspflicht für alle Tochter-Airlines an, verbunden mit Verhandlungen bei diesen Unternehmen. Zudem solle - getrennt von den Tariffragen - eine neutrale Schiedsstelle eingesetzt werden, um die jüngsten Rechtsstreitigkeiten zwischen Lufthansa und UFO-Vertretern zu klären.

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