June 19, 2020 / 7:41 AM / a month ago

Gewerkschaften - Aktionäre sollen Lufthansa-Rettung mittragen

FILE PHOTO: A woman wearing a protective mask walks past a Lufthansa logo at the airport in Frankfurt, Germany, March 22, 2020, as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Flugbegleiter und Piloten fordern die Unterstützung aller Lufthansa-Aktionäre zum Rettungspaket für die angeschlagene Airline.

Die Kabinen-Gewerkschaft UFO und die Vereinigung Cockpit (VC) appellierten am Freitag jeweils an die Anteilseigner, bei der Hauptversammlung am 25. Juni für die staatlichen Hilfen von bis zu neun Milliarden Euro zu stimmen. VC-Präsident Markus Wahl sagte, er habe Verständnis für Aktionäre, die Zweifel an den Auflagen und Einschnitten für die Lufthansa hätten. Dennoch könne die Airline nur mit dem staatlichen Rettungspaket stabilisiert werden. “Ein Schutzschirmverfahren wäre hingegen unkalkulierbar und würde die Risiken für Unternehmen, Mitarbeiter und Aktionäre im gleichen Maße in die Höhe treiben.”

Die über Wochen mit der Politik verhandelte Rettung der Lufthansa könnte noch scheitern. Kurz vor der entscheidenden Hauptversammlung hatte der neue Lufthansa-Großaktionär Heinz Herrmann Thiele erklärt, er lehne den vorgesehenen Einstieg des Staates bei der Airline ab. Die Lufthansa warnte, bei einem Nein Thieles zur dafür notwendigen Kapitalerhöhung könnte das Finanzpaket auf dem Aktionärstreffen durchfallen. Denn bei einer Aktionärs-Präsenz von weniger als 50 Prozent ist eine Zweidrittelmehrheit nötig. “Daher ist es extrem wichtig, dass auch der kleinste Kleinaktionär sein Stimmrecht ausübt und dem Rettungspaket zustimmt”, sagte UFO-Geschäftsführer Nicoley Baublies. Bis Samstag um 24 Uhr können sich Aktionäre zur digitalen Hauptversammlung am Donnerstag registrieren.

Piloten-Vertreter Wahl sagte, die Politik müsse “nun gemeinsam mit den Aktionären in offenen Gesprächen nach einer Lösung suchen, die der Lufthansa einen Weg aus dieser unverschuldeten Krise ermöglicht”. Medienberichten zufolge will Thiele, der inzwischen gut 15 Prozent an Lufthansa hält, mit der Bundesregierung und hier mit Finanzminister Olaf Scholz reden.

Bis zur Hauptversammlung will sich die Airline auch mit den Gewerkschaften über Sparmaßnahmen einigen. Aus Sicht der Lufthansa sind wegen der Krise künftig rund 22.000 Vollzeitstellen überflüssig, die Hälfte davon in Deutschland. “UFO und Lufthansa arbeiten gerade an einem soliden Krisenbeitrag. Wir sind zuversichtlich, dass wir zu einer guten Lösung kommen”, betonte Baublies. Die Mitarbeiter seien sich ihrer Verantwortung bewusst, “ihren Beitrag zu leisten, um der Lufthansa in dieser schweren Krise zu helfen”. Wahl sagte, die VC habe bereits den Beitrag der Piloten zur Sanierung des Konzerns vorgelegt.

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