November 30, 2010 / 6:08 PM / 9 years ago

Flugchaos in Frankfurt - Flughafen und Lufthansa streiten

Footprints in the snow are seen around a jet engine at the airfield of Frankfurt airport January 9, 2010. REUTERS/Ralph Orlowski

München (Reuters) - Hunderte Flugausfälle wegen Schnee und Eis in Frankfurt haben am Dienstag nicht nur die Gemüter der gestrandeten Passagiere erhitzt.

Zwischen der Lufthansa und dem Flughafenbetreiber Fraport entbrannte ein öffentlicher Streit darüber, wer die Schuld an den mehr als 260 Flugstreichungen trägt. Die Airline warf dem Flughafen vor, sich nicht ausreichend auf die frostigen Temperaturen vorbereitet zu haben - obwohl der Wintereinbruch vorhersehbar gewesen sei. Fraport wies das scharf zurück.

Ein Lufthansa-Sprecher sagte, Fraport habe pro Stunde nur 20 Flugzeuge von Schnee und Eis befreit, obwohl der Betreiber Lufthansa einen Zielwert von 50 Maschinen pro Stunde in Aussicht gestellt habe. Zudem stehe nicht genug Personal für die Abfertigung der Flugzeuge zur Verfügung. Wegen des so entstehenden Rückstaus seien nach Frankfurt geplante Flüge zu anderen Flughäfen umgeleitet worden. “Bei allem Verständnis für die momentane Wettersituation - was zurzeit hier in Frankfurt, einem der weltweit größten internationalen Luftfahrtdrehkreuze passiert, liegt außerhalb der Grenzen des Akzeptablen”, sagte der Lufthansa-Sprecher. Lufthansa hat ihren Heimatflughafen in Frankfurt und ist dort der mit Abstand wichtigste Kunde.

FLUGHAFEN ERWÄGT STARTBAHN-SPERRUNG WEGEN WIND

Ein Fraport-Sprecher sagte, diese Vorwürfe seien “aus der Luft gegriffen und an den Haaren herbeigezogen.” Der Flughafenbetreiber schaffe mit der Enteisung die Voraussetzung für einen sicheren Flugbetrieb. Wegen der besonderen Wetterlage müssten deutlich mehr Flächen enteist werden als sonst. Daher dauere die Enteisung der Flugzeuge nicht wie üblich zehn bis 15 Minuten, sondern bis zu 45 Minuten. Alle Enteisungsgeräte am Flughafen seien im Einsatz. Für Mittwoch schloss Fraport zudem eine zeitweise Sperrung der Startbahn West wegen möglichen Nordwinds nicht aus.

Zu spüren bekamen die Probleme die Passagiere. Die Lufthansa empfahl ihren Kunden, sich vor ihrem Abflug über ihren Flug zu informieren. Auf innerdeutschen Strecken werde das Flugticket für Bahnfahrten akzeptiert. Entsprechende Gutscheine könnten an den Check-In-Automaten bezogen werden.

Bei der kleineren Lufthansa-Konkurrentin Air Berlin kam in Frankfurt es ebenfalls zu Behinderungen. Drei Flugzeuge hätten auf anderen Flughäfen landen müssen, weil in Frankfurt alle Parkplätze belegt gewesen seien, sagte eine Sprecherin.

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