February 11, 2020 / 10:36 AM / 16 days ago

Luftqualität hat sich 2019 verbessert - "Noch nicht ausreichend"

A cyclists passes autumnal trees at Tiergarten park in Berlin, Germany, November 14, 2019. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Trotz einer verbesserten Luftqualität im vergangenen Jahr mit weniger Stickstoffdioxid und Feinstaub sieht das Umweltbundesamt (UBA) keinen Grund zur Entwarnung.

Der Jahresmittelgrenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) wurde 2019 nur noch an rund 20 Prozent der verkehrsnahen Messstationen überschritten, wie aus der am Dienstag veröffentlichten vorläufigen Auswertung der Messdaten der Länder und des UBA hervorgeht. 2018 waren es noch 42 Prozent. “Trotz der Erfolge liegen immer noch etliche Städte über dem Grenzwert”, betonte UBA-Präsident Dirk Messner in Berlin. Aktuell seien es 19 - darunter München, Stuttgart, Kiel, Berlin und Hamburg. Wenn alle Daten ausgewertet seien, könne die Zahl noch auf 25 bis 30 steigen.

“Wir sehen gute Fortschritte”, erklärte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Dazu hätten sauberere Neufahrzeuge und der Ausbau der Elektrobusflotte in vielen Kommunen beigetragen. Man sei aber erst am Ziel, wenn in allen Städten die Grenzwerte eingehalten würden. Als Hauptquelle der Stickstoffdioxide in Städten gilt der Straßenverkehr, und hier vor allem Diesel-Pkw. “Die Zahl der Fahrzeuge sollte in der Zukunft eher sinken als steigen”, forderte Messner deshalb. Dafür bedürfe es einer Verkehrswende mit mehr öffentlichen Verkehrsmitteln. “Wir unterstützen die Forderung nach Tempo 30 in den dafür geeigneten Zonen in den Innenstädten.”

“FEINSTAUB IST DAS GRÖSSERE GESUNDHEITSPROBLEM”

Bei Feinstaub gab es erstmals keine Überschreitungen des geltenden Grenzwertes. Die Belastung fiel sogar so niedrig aus wie noch nie seit Beginn der Messungen Ende der neunziger Jahre. “Was zunächst wie ein Erfolg klingt, ist im Sinne des Gesundheitsschutzes leider noch nicht ausreichend”, warnte Messner jedoch. “Feinstaub ist ein deutlich größeres Gesundheitsproblem als Stickstoffoxide - global und auch in Deutschland.” Die Grenzwerte seien mittlerweile mehr als 20 Jahre alt und müssten dringend den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation WHO angepasst werden.

Diese führt jährlich etwa 2,9 Millionen Todesfälle weltweit auf Feinstaubbelastung zurück, darunter fast 45.000 in Deutschland. 13 Prozent aller Messstationen in Deutschland hielten 2019 den strengeren WHO-Grenzwert nicht ein. “Während der Ausstoß von Feinstaub aus Verbrennungsmotoren schon länger zurückgeht, sollten besonders die Emissionen aus der Landwirtschaft und aus Holzfeuerungen reduziert werden”, sagte der UBA-Chef.

Die Ozonbelastung fiel 2019 durchschnittlich aus. Die Hitzewelle Ende Juli mit Temperaturen von teils mehr als 40 Grad führten aber zu zahlreichen Überschreitungen der Informations- und Alarmschwelle. “Hitzeperioden werden im Zuge des Klimawandels künftig häufiger auftreten”, sagte Messner. Deshalb müssten Emissionen verhindert werden.

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