February 28, 2020 / 11:29 AM / a month ago

Veranstaltungsabsagen könnten Münchener Rück viel Geld kosten

FILE PHOTO: The logo of reinsurance company Munich Re Group is seen at the main building of their headquarters prior to the company's annual balance press conference in Munich, Germany, March 20, 2019. REUTERS/Andreas Gebert/File Photo

München (Reuters) - Für die Münchener Rück steht bei einer weltweiten Pandemie infolge des Coronavirus viel auf dem Spiel.

Allein die Ausfallversicherungen von Großveranstaltungen gegen eine erzwungene Absage wegen Massen-Infektionen summierten sich für den weltgrößten Rückversicherer auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag, sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek am Rande der Bilanzpressekonferenz am Freitag. An der Versicherung gegen eine Absage der Olympischen Spiele in Tokio ist die Münchener Rück als Mitglied eines Konsortiums mit einer dreistelligen Millionensumme beteiligt. Ob aber die Spiele, die am 24. Juli in der japanischen Hauptstadt beginnen sollen, auch gegen eine Pandemie abgesichert wären, wollte Jeworrek unter Verweis auf Verschwiegenheitspflichten aber nicht sagen.

Die größten Folgen könnte eine Pandemie für die Münchener Rück theoretisch in der Lebensversicherung haben. Wenn an ihr hunderttausende Menschen stürben, könnte dies den Rückversicherer im schlimmsten Fall 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro kosten, rechnete Jeworrek vor. “Praktisch ist das angesichts der geringen Mortalitätsrate aber undenkbar”, fügte er am Rande der Veranstaltung hinzu.

Wenn eine Massen-Infektion die Produktion in Unternehmen oder den Betrieb von Hotels lahmlegt, steht die gewöhnliche Betriebsunterbrechungsversicherung nicht ein. Dafür müssten sich die Unternehmen eigens versichern. “Wir haben in den vergangenen Jahren aktiv versucht, Pandemiedeckungen zu verkaufen. Aber wir haben keine einzige verkauft”, sagte Jeworrek. “Das kann sich jetzt ein Stück ändern.”

Als Kapitalanleger macht sich die Münchener Rück angesichts des Kurssturzes an den Aktienmärkten noch keine großen Sorgen. “Aktuell rechnen wir nicht damit, dass Corona zu einer globalen Rezession führt”, sagte Finanzvorstand Christoph Jurecka. “Aber der Rückgang geht nicht spurlos an uns vorbei.” In der Rückversicherung habe man sich daher in Aktien “leicht defensiv positioniert” und in der Erstversicherung auch mit Derivaten abgesichert.

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