May 7, 2020 / 6:18 AM / 21 days ago

Münchener Rück droht Milliardenschaden durch abgesagte Events

File photo of books of world's biggest reinsurer, Munich RE (Muenchener Rueck) pictured in a Munich Re office building in Munich November 5, 2012. Munich Re's freshly upgraded net profit target of around 3 billion euros ($3.84 billion) for 2012 may be "conservative," the reinsurer's chief financial officer Joerg Schneider said November 7, 2012. REUTERS/Michaela Rehle/Files (GERMANY - Tags: BUSINESS)

Frankfurt (Reuters) - Die Absage und Verschiebung von Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen wegen der Corona-Pandemie kommt die Münchener Rück teuer zu stehen.

Die Kosten allein hierfür könnten sich 2020 auf mehr als eine Milliarde Euro belaufen, sagte Finanzchef Christoph Jurecka am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Zudem erwartet er vor allem wegen der Corona-Todesfälle in den USA im zweiten Quartal Belastungen in der Lebens-Rückversicherung. Er wäre nach jetzigen Wissensstand dennoch “sehr überrascht”, wenn die Münchener Rück 2020 keinen Gewinn machen würde, sagte der Finanzchef.

Schon im ersten Quartal kosteten Corona-bedingte Schäden den weltgrößten Rückversicherer 800 Millionen Euro, der Großteil der Summe entfiel auf Veranstaltungsausfälle. Der Konzerngewinn brach deshalb um zwei Drittel auf 221 Millionen Euro ein. Wegen der Corona-Schäden hatte die Münchener Rück bereits Ende März ihr Jahresziel eines Gewinns von 2,8 (Vorjahr: 2,7) Milliarden Euro aufgegeben und ihr milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt. Nun zogen die Münchener auch zwei Spartenziele zurück und warnten, dass für alle Zielgrößen des Konzerns wegen der Corona-Pandemie “ein deutlich erhöhtes Risiko der Nichterreichung” besteht. Eine konkrete neue Prognose traut sich das Management weiterhin nicht zu. Die Aktionäre können aber für 2020 weiterhin auf eine Dividende hoffen. “Die Dividende ist wichtig und ein hohes Gut”, sagte Jurecka.

Zuversichtlich stimmt den Finanzchef die Nachfrage nach Versicherungsverträgen. “Die Erneuerung zum April war sehr erfreulich”, sagte er. In der Erneuerungsrunde für die zum 1. April auslaufenden Verträge konnte die Münchener Rück das Geschäftsvolumen um ein Viertel auf 2,1 Milliarden Euro steigern, die Preise legten um drei Prozent zu. Grund dafür waren unter anderem die Taifune der vergangenen zwei Jahre in Japan. In der April-Erneuerungsrunde geht es vor allem um Verträge auf den asiatischen Märkten. Sie ist deutlich kleiner als im Januar und Juli. Aber auch für die Juli-Runde zeigte sich der Vorstand zuversichtlich und erwartet, dass sich das Marktumfeld im Vergleich zum Vorjahr analog zu den vorangegangenen Erneuerungen des laufenden Jahres weiter verbessert.

Im ersten Quartal konnte die Münchener Rück die gebuchten Bruttobeiträge um 6,8 Prozent steigern. Auch das Kapitalanlageergebnis legte trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten auf 1,92 (1,76) Milliarden Euro zu. Denn mit Absicherungsgeschäften konnte der Dax-Konzern die Kursstürze an den Finanzmärkten wettmachen, die Kapitalanlagerendite verbesserte sich auf 3,1 (3,0) Prozent.

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