April 9, 2018 / 6:44 AM / 18 days ago

NRW-Innenminister warnt nach Münster vor vorschnellen Urteilen

Berlin (Reuters) - Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat angesichts der Erfahrungen bei der Todesfahrt eines vermutlich psychisch kranken Mannes in Münster vor vorschnellen und pauschalen Schuldzuweisungen gewarnt.

Muenster Mayor Markus Lewe, North Rhine Westphalia (NRW) Internal Affairs Minister Herbert Reul, German Interior Minister Horst Seehofer and NRW Minister-President Armin Laschet mourn at the site where, on April 7, a man drove a van into a group of people sitting outside a popular restaurant in the old city centre of Muenster, Germany April 8, 2018. REUTERS/Leon Kuegeler?

Der CDU-Politiker nannte es am Montag im Deutschlandfunk “unverantwortlich” und “unsäglich”, wenn jemand, wie die AfD-Politikerin Beatrix von Storch, gleich nach der Tat vorschnell Schlüsse ziehe und Verdächtigungen äußere, ohne dass irgendetwas klar sei. Von Storch hatte kurz nach der Tat “WIR SCHAFFEN DAS!” in Anlehnung an das Zitat von Kanzlerin Angela Merkel zur Flüchtlingskrise getwittert und dafür Kritik geerntet. Reul kritisierte aber auch seinen Parteifreund, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der kürzlich einen Mangel an Sicherheit in Deutschland bemängelt hatte. “Ich halte nichts von solchen Vorwürfen, die pauschal sind”, sagte er.

Zu der Tat in Münster sagte Reul: “Es sieht ganz so aus (...), dass es sich um einen psychisch gestörten, labilen Täter handelt, der offensichtlich schon länger darüber nachgedacht hat, sich jetzt auch das Leben zu nehmen”. Ob es für dessen Vorgehen politische Motive gebe, könne man abschließend noch nicht sagen. Allerdings schließe man nach bisherigem Stand einen islamistischen Hintergrund aus. Ob es andere politische Motive gebe, werde noch geprüft. Auch wenn der Mann schon früher mit kleineren Straftaten aufgefallen sei, so glaube er nicht, dass die Polizei ihn schon früher hätte schärfer in den Blick nehmen müssen.

In Münster hatte am Wochenende ein 48-jähriger Deutscher einen Campingbus in vor einem Traditionslokal sitzenden Gäste gesteuert und dabei zwei Menschen getötet und 20 verletzt. Danach hatte sich der Mann erschossen.[L8N1RL056] Den Ermittlungsbehörden zufolge gibt derzeit keinen Hinweis auf einen politischen Hintergrund.

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