February 20, 2009 / 4:40 PM / 10 years ago

Ministerium: Auch deutsche Fonds hatten bei Madoff investiert

Berlin (Reuters) - Auch deutsche Anleger haben möglicherweise beim mutmaßlichen US-Anlagebetrüger Bernard Madoff in größerem Ausmaß Gelder verloren.

Deutsche Investmentfonds seien “nicht unmittelbar” in den Madoff-Fall verwickelt, hieß es in der Antwort des Bundesfinanzministerium auf eine kleine parlamentarische Anfrage des FDP-Abgeordneten Frank Schäffler, die Reuters am Freitag vorlag. Nach aktuellem Stand seien 69 Investmentvermögen, darunter 35 Spezialfonds, indirekt durch eine Investition in Madoff-Fonds betroffen. “Insgesamt sind nach den bisherigen Erkenntnissen rund 153 Millionen Euro über deutsche Investmentfonds in möglicherweise direkt betroffenen Madoff-Fonds investiert”, hieß es in der Antwort des Ministeriums.

Wie viele deutsche Anleger konkret in Mitleidenschaft gezogen worden seien, könne nicht gesagt werden. Dazu gebe es bei der Aufsichtsbehörde BaFin keine Informationen. Auswirkungen des Madoff-Falles auf Verträge der privaten oder betrieblichen Altersvorsorge seien bislang nicht festgestellt worden. Auch direkte Millionen-Engagements deutscher Banken bei L. Madoff Investment Securities seien keine festgestellt worden.

Die US-Börsenaufsicht wirft Stanford vor, hochverzinste Einlagenzertifikate im Wert von acht Milliarden Dollar in betrügerischer Absicht vertrieben zu haben.

Schäffler warf der Bundesregierung im Falle Madoff “Nichtstun” vor. Sie sollte nicht nur verbal für den Anlegerschutz eintreten, sondern auch die konkreten Fälle lösen, erklärte der FDP-Politiker.

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