April 5, 2016 / 2:03 PM / 2 years ago

Bundeswehr schickt große Heron-Drohnen nach Mali

Gao (Reuters) - Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen will zum Jahresende große Heron-Drohnen nach Mali schicken, die fast den gesamten gefährlichen Norden des Landes beobachten können.

German Defence Minister Ursula von der Leyen speaks to soldiers of German contingent as she visits Camp Castor in Gao, Mali, April 5, 2016. REUTERS/Michael Kappeler/Pool

Mit kleineren Drohnen könne die Bundeswehr zwar die unmittelbare Umgebung ihres Standortes in Gao überblicken, aber nicht die vielen hundert Kilometer langen Straßen zwischen den Städten in der dünn besiedelten Region, sagte von der Leyen am Dienstag bei einem Besuch der deutschen Soldaten in Gao. “Es ist in dieser Wüstenregion so: Wer die Straße beherrscht, der kann den Zugang zu einer Stadt ermöglichen oder die Stadt von der Versorgung abschneiden.” Daher sei es sehr wichtig, dieses große Gebiet ebenfalls überblicken zu können. “Deshalb planen wir, gegen Ende des Jahres die Heron 1 hier auch einzusetzen.”

Die Bundeswehr verlegt derzeit rund 400 Soldaten nach Gao, die Aufklärung betreiben und der UN-Blauhelmtruppe Minusma zu einem besseren Lagebild verhelfen sollen. Über 90 Prozent der rund 11.000 UN-Soldaten stammt aus afrikanischen Ländern, die nicht über Hightech-Systeme wie Drohnen oder Spähpanzer verfügen. Seit Beginn des Minusma-Einsatzes 2013 wurden 75 Soldaten getötet. Damit ist dies die derzeit tödlichste Blauhelm-Mission.

Die Bundeswehr wird nach Angaben aus Sicherheitskreisen vermutlich zwei bis drei Heron-Drohnen nach Gao verlegen. Sie können Tausende Kilometer weit fliegen, während die bisher eingeplanten Luna-Drohnen nur eine Reichweite von etwa 80 Kilometern haben. Bisher fliegt die Bundeswehr Heron-Drohnen in Afghanistan.

Die Bundeswehr ist im ruhigen Süden Malis außerdem mit rund 200 Soldaten an der Ausbildung einheimischer Truppen beteiligt. Französische Truppen hatten Anfang 2013 einen Aufstand von Islamisten und Tuareg im armen Norden Malis niedergeschlagen. Die Rebellen standen damals kurz davor, auf die Hauptstadt Bamako im bevölkerungsreichen Süden zu marschieren. Ein anhaltender Bürgerkrieg in Mali hätte die gesamte Region ins Chaos stürzen können.

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