July 28, 2011 / 1:53 PM / 7 years ago

MAN sieht keine Ende Lkw-Absatzbooms - Ziele angehoben

München (Reuters) - Die weltweit boomende Lkw-Nachfrage lässt bei MAN die Kassen klingeln.

Der Lastwagen- und Maschinenbaukonzern hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr mehr als vervierfacht und sich nun für 2011 höhere Ziele gesteckt. Im Gegensatz zu einigen Konkurrenten rechnet die künftige Volkswagen-Tochter auch in den kommenden Monaten nicht mit einem Ende des Abatzbooms. “Der weltweite Lkw-Markt wird weiter kräftig wachsen”, sagte MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen am Donnerstag in München.

MAN profitiert wie viele Konkurrenten davon, dass sich der weltweite Lkw-Markt nach einem heftigen Einbruch in der Wirtschaftskrise im Rekordtempo erholt. Zuletzt gab es auf dem Nutzfahrzeugmarkt, auf dem Aufs und Abs der Konjunktur oft früher zu spüren sind als im Pkw-Geschäft, jedoch erste Anzeichen für eine Abkühlung. Branchenprimus Daimler erklärte deshalb am Mittwoch, nur noch mit einem moderaten Wachstum des Weltmarkts für mittelschwere und schwere Lkw zu rechnen.

“Ich bin da etwas optimistischer”, sagte Pachta-Reyhofen. In Boom-Märkten wie Brasilien oder China werde es künftig zwar vermutlich geringere Zuwachsraten geben. “Dafür werden dann andere Märkte wie Indien boomen.” Auch in Europa gebe es noch Luft nach oben. “In Europa gehen wir von Wachstum in allen Kernmärkten aus, vor allem in Russland”, sagte Pachta-Reyhofen.

STREIT MIT IPIC SOLL AUSSERGERICHTLICH GELÖST WERDEN

Im ersten Halbjahr schoss der MAN-Gewinn von 200 auf 854 Millionen Euro nach oben, der Umsatz kletterte um 18 Prozent auf acht Milliarden Euro. “Das waren starke Zahlen”, sagte ein Händler. MAN-Aktien gingen dennoch wie der Dax auf Talfahrt und verloren rund zwei Prozent. Im Gesamtjahr rechnet MAN nun mit einem Umsatzanstieg von zehn bis 15 Prozent statt wie bisher von sieben bis zehn Prozent. Die Umsatzrendite soll leicht über 8,5 Prozent liegen statt wie bisher in Aussicht gestellt bei mindestens 8,1 Prozent.

Für MAN war es die erste Zahlenvorlage nach der Übernahme durch den Volkswagen-Konzern, der seinen Anteil an MAN im Juli auf rund 56 Prozent aufgestockt hat. Europas größter Autobauer will dadurch die Zusammenarbeit von MAN mit seiner Tochter Scania forcieren, muss mit der Umsetzung aber noch bis zur Freigabe durch die Kartellbehörden warten.

Pachta-Reyhofen erklärte, er rechne mit erheblichen Synergien mit VW und Scania bei der Grundlagenentwicklung und im Einkauf. Auch bei der Herstellung wichtiger Motorenkomponenten könne man zusammenarbeiten, ohne markenspezifische Eigenheiten von MAN und Scania zu gefährden. Die Potenziale der Globalisierung und des technologischen Wandels könne MAN mit seinen Partner besser nutzen als im Alleingang.

Den Streit über die Ex-Tochter Ferrostaal will MAN rasch vom Tisch haben und deshalb mit dem neuen Mehrheitseigner, dem arabischen Staatsfonds IPIC, erneut über eine Lösung sprechen. “Wir hoffen, den Streit außerhalb des Schiedsgerichtsverfahren zu lösen”, sagte Finanzchef Frank Lutz. MAN hatte vor zwei Jahren 70 Prozent der Ferrostaal-Anteile an IPIC verkauft. Wenig später flog der Schmiergeldskandal bei dem Industriedienstleister auf. IPIC weigert sich deshalb, wie vorgesehen die übrigen 30 Prozent zu übernehmen und hat vor einem Schiedsgericht auf Rückabwicklung des Geschäfts geklagt.

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