March 26, 2019 / 12:10 PM / 3 months ago

Merck macht Ernst - Feindliche Übernahmeofferte für US-Firma Versum

FILE PHOTO: The logo of German pharmaceuticals company Merck is seen in front of the company's headquarters in Darmstadt, Germany, May 16, 2016. REUTERS/Kai Pfaffenbach/File Photo

Frankfurt (Reuters) - Merck macht Ernst im Übernahmepoker um den US-Elektronikmaterialien-Hersteller Versum Materials.

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern gab am Dienstag ein Angebot von 48 Dollar je Versum-Aktie ab - obwohl sich der Vorstand der Amerikaner gegen einen Kauf durch Merck sträubt. “Wir sind fest entschlossen, die Übernahme von Versum abzuschließen. Das nun vorliegende Übernahmeangebot ist ein eindeutiger Schritt in diese Richtung”, teilte der Konzern mit. In einem zweiten offenen Brief an die Versum-Aktionäre forderte Merck diese auf, gegen den vom Versum-Management ausgehandelten Zusammenschluss mit dem US-Rivalen Entegris zu stimmen. Mit ihrem Angebot von 48 Dollar liegen die Darmstädter allerdings unter dem Marktpreis der Versum-Aktie, die am Dienstag vorbörslich in New York mit 49,62 Euro notiert wurde.

Das Versum-Management hatte Merck bislang trotz hartnäckigen Werbens die kalte Schulter gezeigt und seinen Entschluss bekräftigt, den Übernahmevorschlag aus Deutschland abzulehnen. Versum habe unverändert die feste Absicht, mit Entegris zu fusionieren, hatte der US-Konzern zuletzt vor knapp drei Wochen die Avancen von Merck zurückgewiesen. Entegris soll an dem geplanten gemeinsamen Unternehmen 52,5 und Versum 47,5 Prozent halten.

Merck warb nun bei den Versum-Aktionären, sein Angebot stelle eine Prämie von mehr als 23 Prozent gegenüber dem Wert des Entegris-Zusammenschlussangebots am Tag vor dem Start seiner Übernahmeofferte dar. Versum werde dabei mit rund sechs Milliarden Dollar bewertet. Die Finanzierung hat sich Merck bereits bei der Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas Fortis und der Deutschen Bank gesichert. Für Merck wäre es der erste feindliche Übernahmeversuch seit dem Arzneimittelhersteller Schering 2006, der letztlich an Bayer ging. Das Unternehmen würde es zwar bevorzugen, direkt mit dem Versum-Vorstand über sein Angebot zu sprechen, dieser weigere sich aber, mit Merck Kontakt aufzunehmen, hieß es.

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