December 3, 2008 / 4:21 PM / 11 years ago

Kreise - Merckle macht Banken weitere Zugeständnisse

Frankfurt (Reuters) - Der in Finanznöte geratene schwäbische Unternehmer Adolf Merckle hat im Ringen um Kredite Bankenkreisen zufolge in letzter Minute Zugeständnisse gemacht.

Daher laufe alles auf eine Verlängerung des Stillhalteabkommens mit den Banken vermutlich bis Mitte Dezember hinaus, sagte eine mit den laufenden Verhandlungen vertraute Person am Mittwoch. Noch sei aber keine endgültige Entscheidung gefallen. Das Moratorium war in der Nacht zum Mittwoch ausgelaufen.

Der Unternehmer sei einen großen Schritt auf die Banken zugegangen, sagte eine andere mit dem Verlauf der Gespräche vertraute Person. “Merckle hat angeboten, weitere Sicherheiten zu stellen.” Merckles Sohn Ludwig sagte: “Wir glauben weiterhin, dass wir eine Lösung für die Finanzsituation erreichen können.” Merckle habe das Angebot erneuert, Sicherheiten aus dem privaten Vermögen zur Verfügung zu stellen, teilte die von Ludwig Merckle geführte Vermögensverwaltung VEM mit. Darauf habe das Konsortium der 30 an den Verhandlungen beteiligten Banken positiv reagiert.

Ziel sei es, das Stillhalteabkommen zu verlängern. “Auf Basis der getätigten Zusagen soll dann in den nächsten Wochen ein Überbrückungskredit vereinbart werden”, kündigte VEM an.

Ludwig Merckle hatte unlängst einen Liquiditätsengpass bei VEM infolge der Finanzkrise eingeräumt, der nur mit Hilfe der Banken ausgeglichen werden könne. Allein durch Spekulationen mit VW-Aktien sei ein niedriger dreistelliger Millionenverlust entstanden. In Bankenkreisen wird der Finanzbedarf des Merckle-Imperiums deutlich höher eingeschätzt. So steht der Baustoffkonzern HeidelbergCement, an dem Merckle über seine Holdingfirmen VEM und Spohn Cement knapp 80 Prozent hält, nach dem Kauf des britischen Konkurrenten Hanson mit 12,3 Milliarden Euro in der Kreide.

RATIOPHARM-VERKAUF GILT ALS SCHWIERIG

Die Banken drängten Merckle zufolge auf einen Verkauf des Generikaherstellers Ratiopharm oder anderer Beteiligungen. Für einen Verkauf des Ulmer Unternehmens ist Bankenkreisen zufolge aber bislang keine Investmentbank mandatiert. Nach Einschätzung von Experten bräuchte es einige Zeit, um Ratiopharm aus dem Familienimperium herauszulösen und zum Verkauf bereitzumachen. Ohnehin gilt eine Veräußerung des Pharmaunternehmens in der Finanzkrise als schwierig. Einige Analysten schätzen, dass für Ratiopharm derzeit nur rund 3,6 Milliarden Euro erlöst werden könnten, etwa das Doppelte eines Jahresumsatzes.

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