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Wirtschaftsnachrichten

Metallindustrie - Rückkehr zum Vorkrisenniveau dauert länger als gedacht

FILE PHOTO: A crane lifts up a steel coil at the storage and distribution facility of the steel plant of German steel maker ThyssenKrupp in Duisburg, Germany, January 30, 2020. REUTERS/Wolfgang Rattay

Berlin (Reuters) - Die deutsche Metall- und Elektroindustrie lässt das Corona-Tief nur langsam hinter sich.

Die Branche habe zwar einen ersten Schritt aus der Krise heraus getan, “die Rückkehr zum Vorkrisenniveau wird aber länger dauern als erhofft”, sagte Hauptgeschäftsführer Oliver Zander vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall am Montag. Bei der Produktion liege die Branche in den ersten acht Monaten rund 19 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Beim Umsatz erwarten laut Gesamtmetall-Umfrage 72 Prozent der Unternehmen für 2020 einen Rückgang - und zwar im Durchschnitt um 23 Prozent.

Rund die Hälfte der Firmen kann demnach nicht absehen, wann sie bei der Produktion wieder zum Vorkrisenniveau aufschließt. Der Anteil der Unternehmen, die nach eigener Einschätzung schon Ende 2020 oder Mitte 2021 das Niveau vor der Corona-Krise (Januar 2020) wieder erreichen können, sei gegenüber der Juni-Umfrage um je vier Prozentpunkte auf 16 oder 18 Prozent gesunken. Insgesamt stuften die Unternehmen ihre Betroffenheit durch die Pandemie zwar als geringer ein als noch im Juni. “Trotzdem muss damit immer noch ein knappes Drittel der Unternehmen die Produktion erheblich einschränken.”

Die nach wie vor instabile wirtschaftliche Lage wirkt sich laut Gesamtmetall auch auf die Beschäftigung aus. Knapp neun Prozent der Betriebe planten Kündigungen. Von den Firmen, die weniger ausbilden, gaben rund 60 Prozent die Corona-Krise als Grund an. “Durch den anstehenden Strukturwandel sahen rund 40 Prozent der Unternehmen weniger Personal- und damit auch weniger Ausbildungsbedarf.” Die Corona-Krise mit dem Lockdown im Frühjahr macht der Industrie stark zu schaffen. Die gesamte deutsche Wirtschaft schrumpfte im zwei Quartal um rund zehn Prozent. Ökonomen gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im Sommer-Quartal deutlich gestiegen ist. Im Gesamtjahr dürfte es aber ein Minus von etwa fünf Prozent geben - und damit den größten Rückgang in der Nachkriegszeit.

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