January 30, 2020 / 12:35 PM / a month ago

Metall-Arbeitgeber gegen Bedingungen für Tarifgespräch

A worker of German steel maker ThyssenKrupp AG uses a whistle in a warning strike organised by German union IG Metall for higher wages at the ThyssenKrupp steel Europe plant of Dortmund, Germany, February 4, 2019. REUTERS/Wolfgang Rattay

Frankfurt (Reuters) - Der erhoffte schnelle Einstieg in die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie stößt auf Hindernisse.

Die Arbeitgeber des größten deutschen Industriezweiges lehnten am Donnerstag die Forderung der IG Metall nach einem Verzicht der Unternehmen auf Personalabbau ohne Verhandlung mit Betriebsräten ab. Eine solche Zusage könnte der Arbeitgeberverband weder als Voraussetzung noch als Ergebnis von Tarifverhandlungen geben, erklärte der Spitzenverband Gesamtmetall. Die Gewerkschaft hatte ein solches Moratorium zur Bedingung dafür gemacht, dass sie schneller als sonst die Tarifrunde abschließen und dabei Regeln zur Beschäftigungssicherung in den Mittelpunkt stellen will. Der Vorstand der IG Metall pochte auf die Bedingung. Er werde auf seiner Tagung am Montag und Dienstag Schlussfolgerungen für das weitere Vorgehen ziehen, teilte die Gewerkschaft mit.

Die mit rund vier Millionen Beschäftigten größte deutsche Industrie steht derzeit unter hohem Druck: Autoindustrie und Maschinenbau leiden unter schwacher Konjunktur, während sie durch Klimaschutz und Digitalisierung in einem kostspieligen Umbruch stecken. Der Arbeitsplatzabbau hat schon begonnen. Arbeitgeber und Gewerkschaft haben beide das Interesse, die Unternehmen ohne Massenentlassungen oder Pleiten durch den Wandel zu bringen. Gesamtmetall und regionale Arbeitgeberverbände erklärten sich zum schnellen Einstieg in Gespräche bereit, wollen diese aber ergebnisoffen und ohne Vorbedingungen angehen, wie die Verhandlungsführer der großen regionalen Arbeitgeberverbände Bayerns (vbm) und Baden-Württembergs (Südwestmetall), Angelique Renkhoff-Mücke und Stefan Wolf, erklärten. Sie stellten ihrerseits Forderungen, die für die Gewerkschaft nicht akzeptabel sein dürften. Es ist offen, ob die Tarifrunde schneller und geräuschloser als sonst über die Bühne gehen kann. Die Friedenspflicht, während der Warnstreiks nicht erlaubt sind, läuft bis Ende April.

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