June 2, 2013 / 1:43 PM / 6 years ago

Berggruen berät mit Karstadt-Führung Geschäftslage

The logo of the Galeria Kaufhof department store is pictured downtown Frankfurt, January 17, 2012. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Die Führung des kriselnden Karstadt-Konzerns berät am Dienstag mit Eigentümer Nicolas Berggruen über die Entwicklung des Warenhausriesen.

“Es handelt sich um einen ganz normalen Informationsbesuch”, sagte ein Karstadt-Sprecher am Sonntag. Es stünden zahlreiche Themen auf der Agenda. Der Sprecher reagierte damit auf einen Bericht der “Bild am Sonntag”, demzufolge der Milliardär zu einem Krisengipfel in die Essener Zentrale eilt. “Die Bezeichnung Krisengipfel ist abwegig”, betonte der Sprecher dagegen. Der Besuch sei “Business as usual” - also nichts Außergewöhnliches.

Der auch von den Arbeitnehmern nach seiner Übernahme des Karstadt-Konzerns aus der Insolvenz im Jahr 2010 als Retter gefeierte Berggruen war zuletzt unter Druck geraten. Die Gewerkschaft Verdi hatte Berggruen erst vor wenigen Tagen zu größeren Anstrengungen für eine Sanierung des Warenhauskonzerns aufgefordert. Berggruen müsse einen finanziellen Beitrag leisten, schließlich habe die Belegschaft seit 2004 bei mehreren Sanierungsrunden bereits mehr als 650 Millionen Euro aufgebracht. Bei den rund 20.000 Beschäftigten hatte das Management erst kürzlich mit der Abkehr von der Tarifbindung für Empörung gesorgt. “Tarifflucht ist keine Lösung”, bekräftigte eine Verdi-Sprecherin am Sonntag. “Berggruen soll in das Unternehmen investieren.”

Karstadt-Chef Andrew Jennings hat immer wieder betont, wie schwierig die Sanierung ist. “Dieses Jahr wird noch hart werden, aber dann werden wir Land sehen”, hatte er in einem Zeitungs-Interview im März noch gesagt. 2013 habe, auch wegen des langen Winters, schwach begonnen. Zugleich belasteten die Euro-Krise und der Konzernumbau, im Rahmen dessen bis Ende 2014 insgesamt 2000 Stellen wegfallen sollen, das Geschäft.

Laut “BamS” schreiben die 86 Warenhäuser hohe Verluste. Lediglich die 28 Sportfilialen und die drei Premium-Kaufhäuser in Berlin, Hamburg und München würden besser laufen. Früheren Medienberichten zufolge ist der Umsatz seit dem Beginn des laufenden Geschäftsjahres Anfang Oktober bis April 2013 um zehn Prozent gesunken. Die Umsätze im Geschäftsjahr 2011/12 seien um drei Prozent rückläufig. Karstadt zahlt laut “BamS” zudem jährlich zwischen acht und zwölf Millionen Euro für die 2010 von Berggruen ebenfalls erworbenen Namensrechte.

KAUFHOF - KARSTADT WÄRE KEIN GEEIGNETER FUSIONSPARTNER

Die Metro-Tochter Kaufhof hält unterdessen den Rivalen Karstadt nicht für einen geeigneten Fusionskandidaten. “Wir brauchen keinen Partner, wir sind bereits sehr stark am Markt positioniert”, sagte Galeria-Kaufhof-Chef Lovro Mandac der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (Samstagausgabe). Für den Fall eines Zusammenschlusses müsste in den nächsten drei Jahren zu viel Kraft auf die Integration verwendet werden, erläuterte er. Wünschenswert wäre vielmehr ein strategischer Partner aus dem Ausland, der Synergiepotenziale heben wolle.

Über einen Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt war immer wieder spekuliert worden. Metro hatte in der Vergangenheit öfters betont, bei einem geeigneten Angebot sich von der Kaufhof-Gruppe trennen zu wollen, da die Sparte nicht mehr zum Kerngeschäft zähle. Allerdings fand Metro-Chef Olaf Koch jüngst lobende Worte für die Tochter.

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