April 11, 2019 / 9:18 AM / 13 days ago

Real-Arbeitnehmer pochen auf Käufer aus der Handelsbranche

The logo of German supermarket chain Real is pictured in Berlin February 14, 2013. German supermarket chain Real, part of the world's fourth largest retailer Metro, said tests revealed traces of horsemeat in frozen lasagna on Wednesday. Real, which operates more than 300 stores across Europe's largest economy, said it had already removed the ready-meal from its shelves on Friday. REUTERS/Fabrizio Bensch (GERMANY - Tags: AGRICULTURE BUSINESS FOOD LOGO)

Düsseldorf (Reuters) - Die Arbeitnehmervertreter der Metro-Tochter Real setzen auf einen Verkauf der Supermarktkette an einen Interessenten aus der Handelsbranche.

“Ich brauche einen strategischen Investor, ich glaube an Real”, sagte der Real- Gesamtbetriebsratsvorsitzende Werner Klockhaus am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. “Ein Investor, der uns erhalten will und eine Strategie hat, dem werden wir als Betriebsräte und Arbeitnehmervertreter unsere Hilfe anbieten.” Klockhaus hat dabei einen Interessenten im Auge: “Ich glaube schon, dass Markant ein solcher strategischer Investor sein könnte.” Insidern zufolge hat der Einkaufsverbund ein Auge auf das operative Geschäft von Real geworfen. Markant werde “zu einem laufenden Prozess keine Stellungnahme abgeben”, hatte ein Sprecher dazu erklärt.

Insidern zufolge verhandelte Metro auch mit dem Immobilieninvestor X+Bricks über Real, ein Konsortium um die Redos-Gruppe habe sich zurückgezogen. Die Arbeitnehmer fürchten, dass Real bei einem Verkauf an einen Immobilien-Investor zerschlagen wird - denn der könnte die Filialen an Konkurrenten weiterreichen oder einer anderen Nutzung zuführen. “Ein feindlicher Investor, der uns zerschlagen will, wird keine Freude an uns haben”, warnte Klockhaus.

Metro prüft mit dem Vorgang vertrauten Personen zufolge nun aber auch, das operative Geschäft Reals und die Immobilien in zwei Schritten zu verkaufen. “Einen getrennten Verkauf  von operativem Geschäft und Immobilien sehe ich aber positiver als die bisher bekannt gewordenen Pläne”, sagte Klockhaus, der auch Gesamtbetriebsratschef der Metro ist. Die in Medienberichten genannten Zahlen - ein Kaufpreis für das operative Geschäft von 90 Millionen Euro und eine Kapitalspritze durch die Metro von 300 Millionen Euro - “kann ich so nicht bestätigen”, fügte er hinzu.

Klochkhaus hatte am Mittag mit mehr als 300 Betriebsräten über das weitere Vorgehen beraten - dies sei eine Rekord-Beteiligung. “Die Mannschaft zeigt: Wir halten zusammen”, sagte er. Er rede auch mit Metro-Chef Koch über die Zukunft Reals: “Ich habe erst gestern mit ihm gesprochen.” Koch habe ihm versichert, dass ein neuer Eigner der Immobilien die Mieten der Filialen nicht schnell erhöhen dürfe: “Herr Koch hat mir versichert, dass das nicht passieren wird.”

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